Erste Eindrücke
Der im August 2013 erschienene Aloha Zero Urethane positioniert sich als hochspezialisiertes Werkzeug im Arsenal eines Bowlers. Anders als die typischen Reaktiv-Bälle ist dieser Ball technisch darauf ausgelegt, jegliche Eigenbewegung zu minimieren. Im Kern arbeitet ein traditioneller Pancake-Gewichtsblock oder ein sehr einfacher symmetrischer Kern mit einem extrem niedrigen Differential, was das Flare-Potenzial praktisch auf Null reduziert. Die Besonderheit ist die Oberfläche: Obwohl der Name "Urethane" suggeriert, handelt es sich hierbei um eine extrem harte Mischung (oft als Poly-Urethan bezeichnet), die werksseitig auf Hochglanz poliert ist. Diese Kombination sorgt dafür, dass der Ball extrem leicht durch die Front gleitet und keinerlei Reaktion auf das Öl zeigt. Optisch kommt er meist in einem schlichten, einfarbigen Design (oft Schwarz) daher, was seine Funktion als reines Arbeitsgerät unterstreicht.
Vergleichsanalyse
Zieht man den Vergleich zu bekannten Performance-Urethan-Bällen wie dem Storm Pitch Black oder dem Hammer Purple Pearl Urethane, so verhält sich der Aloha Zero Urethane grundlegend anders. Während die genannten Bälle früh lesen und eine smoothe Bogenbewegung erzeugen, läuft der Aloha Zero absolut strichgerade. Er ist in seiner Laufcharakteristik eher mit einem Storm Ice oder einem Columbia 300 White Dot (Polyester) zu vergleichen. Der Unterschied zu reinen Plastikbällen liegt oft in der Haltbarkeit der Schale; der Aloha Zero gilt als etwas widerstandsfähiger gegen Risse und Macken. Im Gegensatz zu einem Einsteiger-Reaktivball wie dem Brunswick Rhino ignoriert der Aloha Zero jegliche Reibung (Friction) auf der Bahn und entwickelt keinen Hook, selbst wenn er auf den trockensten Leisten gespielt wird.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich für den Aloha Zero Urethane ist das präzise Räumspiel (Spare Shooting). Er ist perfekt geeignet, um Eckpins (wie den 10er Pin bei Rechtshändern) sicher zu treffen, da er die Gefahr eliminiert, dass der Ball im letzten Moment durch Reibung abdreht. Zudem ist er eine exzellente Wahl für extrem trockene oder verbrannte Bahnenbedingungen, auf denen selbst schwache Reaktiv-Bälle unkontrollierbar werden. Da der Ball keine Transition liest, muss der Spieler sich keine Sorgen um das Ölmuster machen. Er eignet sich sowohl für Profis als reiner Räumball als auch für absolute Anfänger, die zunächst eine reproduzierbare, gerade Ballabgabe erlernen möchten, ohne sich mit der Komplexität der Gasse und des Eintrittswinkels (Carry) auseinandersetzen zu müssen.