Erste Eindrücke
Der im Juli 2023 veröffentlichte 900Global XPonent wurde gezielt entwickelt, um die Rolle des verlässlichen Benchmark-Balls im Sortiment zu übernehmen. Optisch tritt er in einer Mischung aus Cyan und Schwarz auf, was ihm ein modernes und seriöses Erscheinungsbild verleiht. Das technische Herzstück ist der Shrapnel 2.0 Symmetric Core, der bereits in der Ordnance-Linie für seine Zuverlässigkeit geschätzt wurde. Mit einem sehr niedrigen RG von 2.48 und einem moderaten Differential von 0.042 (bei 15 lbs) ist dieser Kern darauf ausgelegt, schnell in Rotation zu geraten, ohne dabei unkontrollierbar zu flaren. Kombiniert wird dies mit der Reserve Blend 701 Solid Reactive Oberfläche. Das ab Werk aufgetragene 4000-Grit Abralon Finish sorgt für eine ausgewogene Textur, die genug Traktion im Öl bietet, aber nicht so aggressiv ist, dass der Ball sofort in der Front verbrennt.
Vergleichsanalyse
Die naheliegendste Referenz für diesen Ball ist der Branchen-Standard Storm Phaze II. Im direkten Vergleich zeigt der XPonent eine ähnliche Gesamtstärke, agiert jedoch oft einen Tick früher und runder. Während der Phaze II am Ende des Musters manchmal noch eine überraschend starke Bewegung macht, bleibt der XPonent in seiner Bahnführung linearer und sanfter. Er ist weniger "zackig" als ein Zen Gold Label und bietet mehr Kontrolle auf sensiblen Backends. Gegenüber dem 900Global Reality dient der XPonent als perfekter "Step-Down": Wenn der Reality als asymmetrischer Ball zu früh hookt oder zu viel Winkel erzwingt, bietet der XPonent durch seinen symmetrischen Kern mehr Länge und eine fließendere Bewegung zur Gasse. Er ist zudem vielseitiger als ein Roto Grip TNT, da er sauberer durch die Front läuft und mehr Energie für die Pins speichert.
Praktische Anwendung
Der XPonent ist der klassische erste Ball, den man aus der Tasche zieht, um die Bahnbedingungen zu lesen. Er eignet sich hervorragend für frische Hausölungen und mittlere Sportmuster. Seine größte Stärke ist die Berechenbarkeit: Er glättet den Übergang von Öl zu trockenem Bereich und minimiert Überreaktionen auf Friction. Dies macht ihn besonders wertvoll, wenn die Backends sehr "snappy" sind oder eine klare "Wet/Dry"-Wand existiert. Der Ball erlaubt es Spielern aller Stile, die Leisten relativ gerade zu bespielen und die Gasse kontrolliert zu finden. Er ist stark genug, um im Öl nicht zu rutschen, aber zahm genug, um die Transition lange mitzugehen, bevor ein Wechsel auf Pearl-Bälle nötig wird.