Erste Eindrücke
Der DV8 Violent Collision, veröffentlicht im Dezember 2023, erweitert die erfolgreiche Collision-Serie um eine dezidierte Pearl-Variante, die optisch sofort durch ihr Farbschema in Blau, Silber und Pink auffällt. Im Zentrum des Balls arbeitet der bewährte asymmetrische Collision-Kern, der mit einem niedrigen RG von 2.462 und einem hohen Differential von 0.052 (bei 15 lbs) ausgestattet ist, was physikalisch betrachtet für ein schnelles Anlaufen und ein hohes Flare-Potenzial sorgen dürfte. Die wesentliche Neuerung bei diesem Modell liegt jedoch in der Hülle: DV8 kombiniert hier die leistungsstarke HK22-Basis (HyperKinetic22) mit dem Havoc Pearl Additiv. Diese Kombination, ab Werk mit einem Finish von 500, 1000, 1500 Siaair und anschließendem Factory Compound versehen, zielt darauf ab, dem Ball eine sehr glatte Oberfläche zu verleihen, um die Reibung in der Front der Bahn zu minimieren. Technisch betrachtet ist der Violent Collision darauf ausgelegt, Energie zu speichern, um sie am Breakpoint in einer drastischen Richtungsänderung freizusetzen. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und die Integration der HK22-Technologie verspricht, wie bei vorangegangenen Modellen dieses Chemie-Typs, eine klarere Farbwahrnehmung und eine responsivere Reaktion auf Friction.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der eigenen Produktfamilie grenzt sich der Violent Collision deutlich von seinen Vorgängern ab und fungiert als logische Ergänzung. Während der ursprüngliche Collision von DV8 (Solid) und der Brutal Collision (Hybrid) eher für früheres Lesen der Bahn und eine rundere Bewegung ausgelegt waren, positioniert sich der Violent Collision als die Option für mehr Länge und Winkel. Im direkten Vergleich würde er später anfangen zu arbeiten als der Brutal Collision, dafür aber eine schnellere Antwort auf die trockenen Leisten am Ende des Ölmusters bieten. Blickt man auf den breiteren Markt, lässt sich der Violent Collision in die Kategorie der starken, asymmetrischen Pearl-Bälle einordnen. Er konkurriert in seinem Laufverhalten beispielsweise mit dem Virtual Energy Blackout von Storm oder dem Black Widow 2.0 Hybrid von Hammer. Gegenüber symmetrischen Pearl-Bällen dürfte der asymmetrische Kern des Violent Collision jedoch ein definierteres Drehmoment im Midlane-Bereich erzeugen, was ihn weniger anfällig für "Over/Under"-Reaktionen machen sollte, solange genügend Öl im vorderen Teil der Bahn vorhanden ist. Er ist somit aggressiver im Backend als typische Mid-Performance Bälle, verlangt aber auch mehr Kontrolle vom Spieler.
Praktische Anwendung
Aufgrund seiner technischen Spezifikationen und des Compound-Finishs eignet sich der DV8 Violent Collision primär für mittlere bis schwerere Ölmuster, wobei seine Stärke besonders dann zum Tragen kommen sollte, wenn die Bahn bereits etwas "Transition" erfahren hat. Zu Beginn eines Ligaspiels auf frischem Öl könnte er für Spieler mit weniger Handrotation eventuell etwas zu lang rutschen, doch sobald die Front anspielt und die Köpfe trocken werden, dürfte dieser Ball sein volles Potenzial entfalten. Das ideale Einsatzszenario ist das Öffnen der Bahn: Wenn Spieler gezwungen sind, sich weiter nach links zu orientieren (bei Rechtshändern) und den Ball über die Leisten nach rechts zu werfen, soll die HK22-Hülle genügend Energie speichern, um den Ball aus einem tiefen Winkel zurück zur Gasse zu bringen. Der Ball ist darauf ausgelegt, viel Hook im hinteren Teil der Bahn zu generieren und dabei den Eintrittswinkel zu maximieren, was den Carry positiv beeinflussen sollte. Für Einsteiger könnte die starke Richtungsänderung am Breakpoint schwer zu kontrollieren sein, weshalb er eher fortgeschrittenen Bowlern zu empfehlen ist, die wissen, wie man Reibung manipuliert. Er ist das Werkzeug der Wahl, wenn ein "Skid-Flip"-Reaktion gewünscht ist, ohne dabei auf die Durchschlagskraft eines großen asymmetrischen Kerns verzichten zu müssen.