Erste Eindrücke
Der Columbia 300 Tyrant, veröffentlicht im November 2016, setzt neue Maßstäbe für die Marke im Bereich der Heavy-Oil-Performance. Optisch tritt der Ball in einer düsteren, kraftvollen Kombination aus Black, Blue und Purple auf, was perfekt zu seinem aggressiven Charakter passt. Im Inneren arbeitet der neu entwickelte asymmetrische Tyrant Core, der mit einem niedrigen RG von 2.48 und einem sehr hohen Differential von 0.056 (bei 15 lbs) spezifiziert ist. Diese Werte garantieren ein extrem frühes Hochdrehen und massives Flare-Potenzial. Das Highlight ist jedoch der Reflex Solid HST Coverstock (Hyper Shock Technology). Diese Schalentechnologie, die ursprünglich im Energy-Bereich angesiedelt war, wurde hier maximiert, um die Energieübertragung auf die Pins zu verbessern. Mit einem werksseitigen 500/2000 Abralon Finish ist die Oberfläche extrem griffig und signalisiert sofortige Traktion.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Columbia 300 Swerve GT, dem vorherigen Spitzenreiter der Marke, agiert der Tyrant deutlich früher und insgesamt stärker im gesamten Bahnverlauf. Während der Swerve GT noch eine gewisse Länge bot, gräbt sich der Tyrant sofort in das Öl der Front. Vergleicht man ihn mit dem Hammer Scandal (ebenfalls aus dem Ebonite-International-Werk), so spielen beide in der Liga der "Super-Solids". Der Tyrant zeigt jedoch oft eine etwas kontinuierlichere Bewegung durch das Pin-Deck, was der Hyper Shock Technology zugeschrieben wird, die den Aufprall weicher gestaltet und die Pins flacher hält. Gegenüber einem Storm Alpha Crux wirkt der Tyrant oft noch etwas aggressiver in der Midlane und lässt sich schwerer von viel Öl beeindrucken.
Praktische Anwendung
Der Columbia 300 Tyrant ist ein absolutes Monster für Heavy Oil und lange, voluminöse Sportmuster. Er ist der erste Ball, den man aus der Tasche zieht, wenn man auf einer frisch geölten Bahn steht und Traktion sucht. Seine Fähigkeit, im tiefsten Öl zu haken, macht ihn unverzichtbar für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit ("Speed Dominant"), die oft Probleme haben, den Ball früh genug ans Laufen zu bekommen. Er glättet die Reaktion auf nassen Bahnen und verhindert das Überrutschen am Breakpoint. Für trockene oder auch nur mittlere Ölverhältnisse ist dieser Ball jedoch gänzlich ungeeignet, da er sofort verbrennt und jegliche Energie verliert, bevor er die Gasse erreicht.