Erste Eindrücke
Der im Mai 2017 veröffentlichte Ebonite Turbo/R tritt ein schweres Erbe an, da er die äußerst erfolgreiche und langjährige Cyclone-Serie im Einstiegssegment von Ebonite ablöst. Optisch wird der Ball in diversen Farbvarianten angeboten, um eine breite Masse anzusprechen. Technisch basiert der Turbo/R auf einem neu entwickelten, symmetrischen Kern gleichen Namens. Dieser Kern weist bei 15 Pfund einen sehr hohen RG-Wert von 2.59 und ein moderates Differential von 0.035 auf. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Ball ist darauf ausgelegt, so lange wie möglich Energie zu speichern und erst spät zu reagieren. Die Hülle besteht aus der GB 10.7 Reaktiv Oberfläche (Game Breaker 10.7), die direkt aus der berühmten Game Breaker Linie abgeleitet wurde. Werksseitig ist der Ball mit einem 2000 Abralon Schliff versehen und anschließend mit Powerhouse Factory Finish Polish auf Hochglanz gebracht worden. Diese Kombination aus einem Kern, der nicht früh rollen will, und einer polierten Oberfläche sorgt für maximale Länge durch die Front.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Vorgänger, dem Ebonite Cyclone, zeigt der Turbo/R ein etwas kontrollierteres Verhalten. Während der Cyclone für seinen Preis oft eine überraschend heftige und fast schon aggressive Bewegung am Breakpoint zeigte ("Flip"), wurde der Turbo/R so abgestimmt, dass er diesen Übergang etwas flüssiger gestaltet. Er ist immer noch sehr agil im Backend, wirkt aber weniger sprunghaft als der Cyclone. Vergleicht man ihn mit einem aktuellen Wettbewerber wie dem Storm Tropical Surge, so bietet der Turbo/R dank der GB 10.7 Oberfläche etwas mehr Gesamthaken und eine stärkere Reaktion auf Friction. Er liegt leistungstechnisch genau zwischen einem reinen Einsteigerball und der unteren Mittelklasse wie der Roto Grip Hustle Serie. Gegenüber einem stärkeren Ball aus dem eigenen Haus, wie dem Ebonite Game Breaker 2 Phenom Pearl, generiert der Turbo/R deutlich weniger Flare und benötigt wesentlich trockenere Bedingungen, um effektiv zu arbeiten.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich für den Ebonite Turbo/R sind leichte bis mittlere Ölvolumina oder Bahnen, die durch vorangegangenes Spiel bereits stark abgetrocknet sind (Transition). Er ist die perfekte Wahl für Einsteiger, die ihren ersten Reaktiv-Ball suchen, da er Fehler in der Ballabgabe verzeiht und eine gut sichtbare, aber nicht überwältigende Hook-Bewegung erzeugt. Für fortgeschrittene Spieler mit hoher Rev-Rate dient er als "Burn-Ball": Wenn die Front der Bahn komplett trocken ist und stärkere Bälle bereits bei den Pfeilen anfangen zu haken, gleitet der Turbo/R mühelos durch diesen Bereich und speichert seine Energie für die Pins. Er erlaubt es, auf trockenen Bahnen geradere Linien nahe der Rinne zu spielen oder das Spiel moderat zu öffnen, ohne dass der Ball unkontrollierbar durch die Gasse schießt. Auf frischem, langem Öl wird der Ball jedoch an seine Grenzen stoßen und wahrscheinlich zu lange rutschen, ohne einen effektiven Winkel zur Gasse aufzubauen.