Erste Eindrücke
Der im Oktober 2018 veröffentlichte Track Tundra Solid erweitert die beliebte Tundra-Serie um eine Option für kontrollierte Traktion auf trockenen Bahnen. Im Inneren arbeitet der bewährte Track Symmetric Kern, der durch ein extrem hohes RG von 2.57 und ein sehr niedriges Differential von 0.029 (bei 15 lbs) definiert wird. Diese Kennzahlen weisen den Ball eindeutig als Spezialisten für wenig Öl aus: Der Kern dreht sehr spät hoch und erzeugt nur minimales Flare, um ein Überreagieren zu verhindern. Die Neuerung liegt in der Oberfläche: Track verwendet hier die DR-5 Solid Reactive Schale. Anders als viele Bälle für trockene Bahnen ist dieser nicht poliert, sondern kommt mit einem 3000 Abralon Finish aus der Box. Die Kombination aus Rot und Schwarz im Solid-Look unterstreicht die Absicht: Der Ball soll nicht endlos rutschen, sondern die Reibung ("Friction") kontrolliert nutzen, um eine sanfte, fließende Bewegung zur Gasse zu erzeugen.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum originalen Track Tundra (Pearl) ist der Solid deutlich früher in seiner Lesart der Bahn und wesentlich runder im Backend. Während der Pearl bei Kontakt mit trockenen Leisten oft noch einen kleinen "Snap" erzeugt, glättet der Solid diese Reaktion komplett ab. Zieht man einen externen Vergleich heran, so agiert der Tundra Solid in einer ähnlichen Kategorie wie der Roto Grip Hustle Ink. Beide Bälle nutzen eine Solid-Schale für leichte Ölbedingungen, doch der Tundra Solid wirkt durch seinen noch schwächeren Kern (höheres RG, niedrigeres Diff) oft noch eine Spur defensiver und kontrollierbarer als der Hustle. Er ist das Gegenteil von aggressiven Bällen wie dem Track Paradox; er ist darauf ausgelegt, so wenig wie möglich zu tun, um auf verbrannten Bahnen die Kontrolle zu behalten.
Praktische Anwendung
Der Track Tundra Solid ist ein absoluter Nischenball für spezifische Bedingungen: Er glänzt auf extrem trockenen Bahnen, kurzen Sportmustern oder "verbrannten" Hausölungen, auf denen stärkere Bälle bereits bei den Füßen anfangen zu haken. Das 3000er Finish nimmt dem Ball den "Zick-Zack"-Charakter, den polierte Bälle auf unruhigen Bahnen oft zeigen. Er ist ideal für Spieler mit hohen Drehzahlen, die Mühe haben, den Ball auf der rechten Seite der Bahn zu halten, oder für Senioren und Jugendspieler, die eine sehr gerade Linie spielen wollen, ohne dass der Ball überreagiert. Er benötigt zwingend viel Reibung an der Außenseite; im tiefen Öl ist er nutzlos, da er dort keine Traktion aufbauen kann. Wenn jedoch die Front trocken ist und das Backend aggressiv, ist dieser Ball oft die einzige Möglichkeit, die Gasse noch kontrolliert zu treffen.