Erste Eindrücke
Der Ebonite The One Remix, veröffentlicht im September 2022, markiert die Rückkehr einer der legendärsten Ballserien der Bowlinggeschichte. Das Herzstück ist der berühmte Centrex Kern, der technisch als asymmetrisch klassifiziert wird und bei 15 lbs mit einem RG von 2.466, einem Differential von 0.056 und einem massiven Intermediate Differential von 0.027 aufwartet. Diese Werte sorgen für ein extrem frühes Aufdrehen und enormes Flare-Potenzial. Überzogen wird dieser aggressive Motor vom GB 14.4 Solid Reactive Coverstock. Die Besonderheit liegt hier im Finish: Anders als typische "Schneereifen" für viel Öl kommt der Remix nicht matt, sondern mit einem 500/1000/2000 Siaair plus Crown Factory Compound Finish aus der Box. Diese glänzende Oberfläche auf einer Solid-Schale sorgt dafür, dass der Ball trotz des starken Kerns sauber durch die Front gleitet und seine Energie für eine explosive Bewegung am Breakpoint speichert. Die Farbgebung in Teal, Purple und Violet zollt dem Original Tribut und ist auf der Bahn sehr gut lesbar.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zum Ebonite Polaris, der als klassischer Heavy-Oil-Ball mit stumpfer Oberfläche agiert, bietet der The One Remix deutlich mehr Länge. Während der Polaris die Bahn früh liest und eine runde, kontrollierte Bewegung erzeugt, nutzt der Remix das Compound-Finish, um später und schärfer auf die Friction zu reagieren. Er wirkt dadurch dynamischer und winkliger in der Gasse. Stellt man ihn gegen den beliebten Ebonite Game Breaker 4, so spielt der Remix in einer völlig anderen Liga bezüglich des Gesamthooks. Der Centrex Kern ist wesentlich dominanter als der Enhanced V2 Kern des GB4, was dazu führt, dass der Remix auch im tieferen Öl noch die Kurve kriegt, wo der GB4 bereits an seine Grenzen stößt. Gegenüber einem Storm Phaze II ist der Remix aufgrund seiner Asymmetrie schneller in der Richtungsänderung und generiert mehr Drehmoment am Pin-Deck.
Praktische Anwendung
Der The One Remix ist ideal für mittlere bis schwerere Ölmuster geeignet, zeigt seine Stärken aber vor allem dann, wenn die ganz rauen Solids zu früh Energie verlieren. Dank des Compound-Finishs ist er nicht zwingend der erste Ball auf einer extrem frischen, überfluteten Bahn, sondern brilliert, sobald die Köpfe minimal angespielt sind oder wenn der Spieler etwas mehr Länge benötigt, ohne auf die Sicherheit eines großen Kerns zu verzichten. Er erlaubt es, tiefere Winkel zu spielen und die Leisten zu kreuzen, da der starke Kern das Rutschen im Öl verhindert, während das Cover genug Grip für den nötigen Hook im Backend liefert. Für Turnierspieler ist er eine perfekte Ergänzung, um nach dem Startball weiter nach links zu rücken und den Carry durch steilere Eintrittswinkel hochzuhalten.