Erste Eindrücke
Hammer brachte im Mai 2013 mit dem The Chalk eine spezielle Edition für die TNBA auf den Markt. Optisch präsentiert sich der Ball in einer auffälligen Farbkombination aus Rot, Lila und Blau. Im Inneren arbeitet ein symmetrischer Kern, der ursprünglich aus der Raw Hammer Assault Serie stammt. Dieser Kern weist einen niedrigen RG-Wert von 2.48 und ein hohes Differential von 0.056 auf. Diese Kombination ist darauf ausgelegt, schnell in Rotation zu kommen und ein starkes Flare-Potenzial zu generieren. Als Oberfläche kommt das Grand Theft Reactive Solid Coverstock zum Einsatz, welches bereits beim ursprünglichen Taboo verwendet wurde. Ab Werk wird der Ball mit einem Finish von 500, 1000 und 2000 Abralon versehen und anschließend mit der Powerhouse Factory Finish Politur auf Hochglanz gebracht. Durch diese Bearbeitung soll der The Chalk sehr leicht durch die Front gleiten und erst am Breakpoint seine volle Energie entfalten. Die Kombination aus einem reaktiven Solid-Cover und einem auf Hochglanz polierten Finish verleiht dem Ball eine interessante Mischung aus Länge und einer deutlichen Reaktion im Backend.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zu anderen symmetrischen Bällen auf dem Markt, wie etwa dem Storm Phaze II, zeigt der Hammer The Chalk ein deutlich anderes Laufverhalten. Während der Storm Phaze II durch seine matte Oberfläche eine frühere Traktion aufbaut und eine kontinuierliche, abgerundete Bewegung in Richtung der Gasse bietet, ist der The Chalk auf mehr Länge programmiert. Durch die polierte Oberfläche gleitet er länger über das Öl im vorderen Bahnendrittel und reagiert erst, wenn er auf Friction trifft. Dadurch entsteht ein eckigerer Hook am Breakpoint. Wenn man ihn mit einem reinen Pearl-Ball vergleicht, bringt das Solid-Cover des The Chalk dennoch etwas mehr Stabilität in der Midlane mit, was die Transition weicher erscheinen lässt. Dennoch verlangt der Ball im Vergleich zu matten, stark ölziehenden Bällen eine trockenere bis mittlere Bahnbedingung, um sein volles Potenzial auszuspielen. Das Carry in den Pins ist aufgrund der gespeicherten Energie im Backend hoch, da der niedrige RG-Kern für eine starke Fortsetzung der Rollphase sorgt, sobald der Ball den Breakpoint passiert hat.
Praktische Anwendung
Der Hammer The Chalk ist für eine Vielzahl von Spielertypen geeignet, die auf mittleren bis trockeneren Ölmustern spielen. Spieler mit einer geringeren Ballgeschwindigkeit profitieren stark von dem polierten Finish, da der Ball mühelos durch die Front gleitet und nicht zu früh Energie verliert. Gleichzeitig erlaubt das hohe Differential des symmetrischen Kerns Spielern mit einer hohen Umdrehungsrate, den Ball weit über die Leisten zu spielen, da er genügend Hook-Potenzial besitzt, um aus tiefen Winkeln sicher zurück in die Gasse zu finden. Auf stark geölten Bahnen oder bei frischen, langen Mustern stößt das polierte Cover jedoch an seine Grenzen, da der Ball hier zu spät reagieren und den Breakpoint verpassen könnte. In solchen Fällen kann eine Anpassung der Oberfläche mit Schleifpads helfen, um mehr Traktion zu erzeugen. Idealerweise wird der The Chalk jedoch dann eingesetzt, wenn die Bahnen im Laufe eines Turniers bereits angespielt sind und eine saubere Länge gepaart mit einer starken Backend-Reaktion gefragt ist. Die gespeicherte Energie soll für ein optimales Carry sorgen und das Pin-Deck kraftvoll abräumen.