Erste Eindrücke
Der im Juni 2017 veröffentlichte Monster Bowling The Boogieman stellt ein leistungsstarkes Modell innerhalb des Sortiments der Marke dar, das speziell für Spieler entwickelt wurde, die eine dominante Performance im Backend suchen. Technisch basiert dieser Ball auf einem hochdynamischen, asymmetrischen Kern, der bei einem Standardgewicht von 15 Pfund einen niedrigen RG-Wert von 2.50 aufweist. Ergänzt wird diese Kerncharakteristik durch ein ausgeprägtes Differential von 0.054 sowie ein Intermediate Differential von 0.018. Diese Kennzahlen deuten auf ein massives Flare-Potenzial hin, welches sicherstellt, dass bei jeder Umdrehung frische Schalenanteile Kontakt mit der Bahnoberfläche aufnehmen können. Die Hülle besteht aus der Monster Grip Pearl Reaktiv Oberfläche, die werksseitig mit einem 1500 Grit Polish veredelt wurde. Diese glatte und hochglänzende Beschaffenheit soll dafür sorgen, dass der Ball mit minimalem Widerstand durch die Front gleitet und seine gesamte Rotationsenergie für das letzte Drittel der Bahn aufspart. Optisch präsentiert sich das Modell in einer auffälligen Farbkombination aus Schwarz, Violett und Grün, was die aggressive Ausrichtung des Balls unterstreicht.
Vergleichsanalyse
In der direkten Vergleichsanalyse positioniert sich der Monster Bowling The Boogieman als eine Option für maximale Angularität. Innerhalb der eigenen Produktlinie fungiert er als das Pendant zu den eher kontrollierten Solid-Varianten und bietet deutlich mehr Länge bevor die Hook-Phase einsetzt. Vergleicht man den Boogieman mit einem der bekanntesten Bälle dieser Ära, dem Storm Code Black, zeigen sich deutliche Parallelen in der Laufcharakteristik. Beide Bälle nutzen die Kraft eines asymmetrischen Kerns in Kombination mit einer polierten Pearl-Oberfläche, um die vorderen Leisten zu überbrücken und am Breakpoint eine explosive Richtungsänderung zu vollziehen. Im Vergleich zum Hammer Black Widow Gold bietet der Boogieman eine ähnlich scharfe Reaktion, wirkt jedoch in der Midlane oft einen Hauch stabiler. Zieht man einen symmetrischen Benchmark-Ball wie den Storm Phaze II zum Vergleich heran, wird der Unterschied in der Linienführung deutlich: Während der Storm Phaze II durch seine Solid-Schale das Ölmuster viel früher liest und eine gleichmäßige, bogenförmige Kurve beschreibt, wartet der Boogieman deutlich länger ab, um dann mit einem schärferen Winkel in die Gasse einzubiegen. Er ist somit weniger ein Kontrollball als vielmehr ein Werkzeug für maximalen Eintrittswinkel.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzszenario für den Monster Bowling The Boogieman sind mittlere Ölvolumina sowie Bahnen, die eine deutliche Transition aufweisen. Wenn das Öl in der Front durch vorangegangene Spiele abgetragen wurde und matte Solid-Bälle zu früh reagieren oder an Kraft verlieren, bietet die polierte Pearl-Schale des Boogieman die nötige Sicherheit. Er gleitet mühelos über verbrauchte Stellen hinweg und reagiert erst dann, wenn er auf die Friction am Ende des Musters trifft. Für Spieler mit einer hohen Rev-Rate ist dieser Ball exzellent geeignet, um tiefere Winkel von innen nach außen zu spielen, da er aufgrund seines asymmetrischen Kerns die nötige Stärke besitzt, um auch aus steilen Winkeln zur Gasse zurückzukehren. Aber auch Spieler mit einer geringeren Rotationsfrequenz können von der hohen Dynamik profitieren, da der Ball dabei helfen soll, den Carry auch bei weniger optimalen Treffern zu verbessern. Auf sehr frischem und schwerem Öl könnte die Oberfläche jedoch zu glatt sein, was zu einer unvorhersehbaren Over-Under-Reaktion führen kann. Seine wahre Stärke entfaltet er auf typischen Hausölungen, bei denen man die trockenen äußeren Leisten als Sprungbrett nutzen kann, um den Ball mit hoher Energie in die Pins zu treiben. In einem gut abgestimmten Arsenal ist er die erste Wahl, wenn man mehr Winkel kreieren muss, um die Pin-Action zu maximieren.