Erste Eindrücke
Im Mai 2017 brachte Motiv mit dem Tank Rampage eine Weiterentwicklung auf den Markt, welche die Lücke zwischen traditionellen Urethan-Bällen und schwächeren Reaktiv-Bällen schließen sollte. Der Ball präsentiert sich in einem schlichten, matten Weinrot, was bereits optisch auf seine kontrollierte Natur hindeutet. Im Inneren setzt Motiv auf den bewährten symmetrischen Gear Kern, der bereits im legendären Venom Shock seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat. Bei einem 15-Pfund-Ball bietet dieser Kern einen sehr niedrigen RG-Wert von 2.48 und ein moderates Differential von 0.034. Diese Kombination sorgt für ein extrem frühes Anlaufen und eine sehr stabile Rotation, die wenig anfällig für Schwankungen in der Ballabgabe ist. Das eigentliche Highlight ist jedoch das Alchemy Urethan Cover. Im Gegensatz zu älteren Urethan-Mischungen wurde diese Oberfläche so entwickelt, dass sie mehr Friction auf modernen Ölen generiert. Das werksseitige Finish wird mit einem 2000 Grit Sanded Schliff angegeben, was dem Ball eine raue Textur verleiht und sicherstellt, dass er bereits in der Front eine Verbindung zur Bahn aufbaut.
Vergleichsanalyse
Ein direkter Vergleich zum klassischen Motiv Tank zeigt, dass der Tank Rampage durch das Alchemy Cover und den Gear Kern deutlich mehr Gesamthaken bietet und früher auf die Bahn reagiert. Stellt man den Ball neben einen der bekanntesten Wettbewerber dieser Kategorie, den Storm Pitch Black, so fallen deutliche Unterschiede in der Ballbewegung auf. Während der Storm Pitch Black eine extrem traditionelle, fast schon "tote" Urethan-Reaktion zeigt, wirkt der Tank Rampage aufgrund des dynamischeren Kerns lebendiger und bietet einen besseren Carry in der Gasse. Er liest das Öl früher als der Pitch Black, behält aber die typische Urethan-Kontinuierlichkeit bei. Im Vergleich zu einem schwachen Reaktiv-Ball wie dem Storm Tropical Surge bietet der Tank Rampage wesentlich mehr Kontrolle in der Midlane, verzichtet aber auf den eckigen Hook am Breakpoint. Gegenüber dem Hammer Black Widow Urethane, der durch seinen asymmetrischen Kern eine deutlich aggressivere Richtungsänderung provoziert, agiert der Tank Rampage wesentlich berechenbarer und ist leichter auf einer konstanten Linie zu halten. Er positioniert sich somit als ein "starkes Urethan", das mehr Traktion bietet als herkömmliche Plastik- oder Urethan-Bälle, ohne die unkontrollierten Backend-Reaktionen von Reaktiv-Materialien zu zeigen.
Praktische Anwendung
Der Motiv Tank Rampage ist das ideale Werkzeug für kurze Sport-Patterns oder extrem trockene Hausölungen, bei denen Reaktiv-Bälle zu empfindlich auf die Transition reagieren. Seine Stärke liegt in der Fähigkeit, das Spielfeld "klein" zu machen. Spieler können eine direktere Linie über die äußeren Leisten wählen, da der Ball durch das frühe Rollen des Kerns und die Griffigkeit der Oberfläche die Geschwindigkeit kontrolliert reduziert. Er gleitet nicht durch das Öl, sondern beginnt sofort mit der Arbeit, was zu einem sehr weichen, bogenförmigen Hook führt. Für Spieler mit hohen Rev-Rates ist dieser Ball oft die einzige Lösung, um auf abgebrannten Bahnen die Tasche zu finden, ohne dass der Ball unkontrolliert in die linke Pin-Hälfte (bei Rechtshändern) einbiegt. Aber auch für Spieler mit geringerer Rotation bietet der Tank Rampage auf kurzen Mustern eine exzellente Kontrolle über den Breakpoint. In der Praxis zeigt sich, dass der Ball besonders dann glänzt, wenn die Front der Bahn bereits stark beansprucht wurde und man die Gasse mit einem flacheren Eintrittswinkel anspielen muss, um unkontrollierbare Reaktionen zu vermeiden. Auf sehr langem oder schwerem Öl wird der Ball jedoch zu früh seine Kraft verlieren und flach einschlagen, weshalb er in einem gut sortierten Arsenal primär die Rolle des Kontrollballs für schwierige, trockene Bedingungen übernimmt.