Erste Eindrücke
Der Storm Street Fight, veröffentlicht im Oktober 2016, setzt auf eine technisch faszinierende Konfiguration innerhalb der Thunder-Line. Das Herzstück ist der massive Iron Cross Kern, der größte Gewichtsblock, den Storm bis zu diesem Zeitpunkt verbaut hatte. Mit einem extrem hohen RG von 2.62 und einem Differential von 0.043 (bei 15 lbs) ist dieser symmetrische Kern physikalisch darauf ausgelegt, so lange wie möglich Energie zu bewahren und erst sehr spät zu arbeiten. Ummantelt wird diese Technik von der R4S Pearl Reactive Oberfläche. Eine Besonderheit ist das Werksfinish: Statt einer Hochglanzpolitur kommt der Ball mit einem 3000-grit Sheen Finish (einem leichten Glanz ohne Politur), was ihm hilft, kontrolliert durch die Front zu gleiten, ohne auf dem Ölfilm zu schwimmen. Das Ziel dieses Designs ist maximale Länge gepaart mit einem wuchtigen Einschlag in die Gasse.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Vorgänger, dem Storm Fight (Solid), zeigt sich der Street Fight deutlich lebendiger im Backend. Während der originale Fight extrem früh rollte und eine sehr sanfte, fast schon zu ruhige Bewegung machte, nutzt der Street Fight die R4S Pearl Oberfläche, um mehr Reaktion auf Friction zu generieren und mehr Winkel zu erzeugen. Vergleicht man ihn mit dem Storm Phaze II, agiert der Street Fight wesentlich länger und sauberer. Der Phaze II liest die Bahn viel früher und ist insgesamt runder und stärker im Gesamthook. Ein interessanter Vergleich ist der Storm Hy-Road: Beide Bälle haben ein hohes RG und sind für Länge bekannt, doch der Street Fight wirkt durch den massiven Iron Cross Kern etwas schwerfälliger im Anlauf, entwickelt aber durch die Masse des Kerns oft ein besseres Carry bei leichten Treffern als der Hy-Road, sofern genug Trockenheit am Breakpoint vorhanden ist.
Praktische Anwendung
Der Street Fight ist ein Spezialist für Medium- bis Dry-Conditions und schwierige Transition-Phasen. Sein extrem hoher RG-Wert von 2.62 macht ihn zur idealen Waffe, wenn die Front (Heads) bereits ausgetrocknet oder abgespielt ist. Er ignoriert die frühe Reibung fast vollständig und speichert seine Rotation für das letzte Drittel der Bahn. Dies macht ihn perfekt für Spielertypen, die Probleme haben, den Ball weit genug die Bahn hinunterzubekommen, oder für Situationen, in denen stärkere Bälle zu früh "brennen". Auf frischem, langem Öl ist er jedoch oft nicht die richtige Wahl, da er dort Gefahr läuft, zu weit zu rutschen (Skid) und den Breakpoint zu verpassen.