Erste Eindrücke
Der Hammer Spike Black/Blue wurde im Juni 2014 als dynamische Erweiterung der Spike-Serie auf den Markt gebracht und zeigt sich in einer klassischen schwarz-blauen Optik. Im Herzen dieses Bowlingballs arbeitet der symmetrische Widow Nasty Kern, der sich durch ein relativ hohes RG von 2.56 und ein sehr kräftiges Differential von 0.054 auszeichnet. Diese spezifischen Werte definieren eine Gewichtsverteilung, die mechanisch erst spät zu rotieren beginnt, dann aber ein enormes Flare-Potenzial aufbaut. Umschlossen wird dieser Kern von dem GTR III Pearl Coverstock, einer reaktiven Pearl-Schale, die speziell für eine hohe Sensibilität auf trockenen Leisten entwickelt wurde. Ab Werk wird die Oberfläche zunächst mit 500 und 1000 Abralon angeraut, um sie anschließend mit einer kräftigen Schicht Powerhouse Factory Finish Polish auf Hochglanz zu polieren. Diese extrem glatte Bearbeitung soll dafür sorgen, dass der Ball völlig widerstandslos durch die Front gleitet und keine frühzeitige Energie verliert. Eine strukturelle Besonderheit bei dieser Generation ist zudem die Integration von Carbonfasern im äußeren Kernbereich, was die physische Haltbarkeit und die mechanische Energieübertragung im Pin-Deck erhöhen soll. Das direkte Zusammenspiel aus einem späten, symmetrischen Kern und einem polierten Pearl-Cover zielt auf ein klassisches Skid-Flip-Laufverhalten ab, bei dem der Ball lange geradeaus rutscht und am Breakpoint scharf in Richtung Gasse abbiegt.
Vergleichsanalyse
In der direkten Gegenüberstellung mit dem originalen Hammer Spike zeigt der Black/Blue ein wesentlich längeres Laufverhalten im vorderen Bahndrittel und eine deutlich explosivere Endreaktion, da die glatte Pearl-Schale erst bei massivem Kontakt mit der Friction reagiert. Vergleicht man ihn mit dem ein Jahr später erschienenen Hammer Spike Black/Gold, der auf ein Hybrid-Cover setzt, agiert der Black/Blue spürbar winkliger und aggressiver am Breakpoint, während die Hybrid-Variante eine etwas kontrolliertere, bogenförmigere Reaktion bietet. Zieht man als markenübergreifende Referenz einen etablierten Benchmark-Ball wie den Storm Phaze II heran, werden die enormen Unterschiede in der ballistischen Philosophie offensichtlich. Der Storm Phaze II gräbt sich mit seiner matten Solid-Schale und seinem niedrigeren RG extrem früh in das Öl ein, was eine stetige und berechenbare Traktion über die gesamte Bahn erzeugt. Der Hammer Spike Black/Blue verhält sich auf Öl hingegen völlig passiv und ignoriert die nassen Leisten nahezu komplett, um seine Kraft für das Backend aufzusparen. Gegenüber schwächeren, polierten Bällen wie dem Brunswick Rhino zeigt der Spike Black/Blue dank seines extrem hohen Differentials eine wesentlich stärkere Aufstelldynamik und einen deutlich schärferen Hook, sobald er den trockenen Teil der Bahn erreicht.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich für den Hammer Spike Black/Blue sind ganz klar Bahnen mit mittlerem bis niedrigem Ölvolumen sowie stark abgespielte Bedingungen. Die physikalische Konstruktion aus hohem RG und hochglanzpoliertem Cover macht ihn zu einer perfekten Wahl, wenn die Leisten in der Front bereits ausgetrocknet sind und Bälle mit rauen Oberflächen viel zu früh greifen und dadurch ihre Kraft verschwenden würden. Sobald im Verlauf eines Turniers die unvermeidbare Transition einsetzt und das Ölbild verschleppt wird, erlaubt dieser Ball es dem Spieler, die eigene Linie tief nach innen zu verlagern und extrem weite Winkel zu nutzen. Die saubere Gleitphase stellt sicher, dass die Rotationsenergie tief im Kern bewahrt und erst spät schlagartig freigesetzt wird, was zwingend für einen exzellenten Carry am Pin-Deck erforderlich ist. Spieler mit etwas niedrigeren Ballgeschwindigkeiten profitieren stark von der natürlichen Länge, da der Ball nicht ungewollt früh in den Hook übergeht. Auf frisch geölten oder extrem nassen Mustern stößt der Ball jedoch an seine Grenzen, da die polierte Pearl-Schale im dichten Öl kaum Halt findet und der Ball über den Breakpoint hinaus rutscht, was zu schwachen und abgelenkten Einschlägen führt. Er ist demnach ein absoluter Spezialist für späte, winklige Reaktionen auf abgetrockneten Bahnen.