Erste Eindrücke
Der SWAG Silver Bell, veröffentlicht im Dezember 2021, ist eine schillernde Erscheinung im Portfolio von California Bowling, die visuell und technisch auf Länge und Winkel ausgelegt ist. Der Ball präsentiert sich in einem auffälligen, komplett silbernen Design, das durch die hochglanzpolierte Oberfläche wie eine Spiegelkugel auf der Bahn wirkt. Im Inneren arbeitet der modifizierte Dynamite V2 Symmetric Core. Im Gegensatz zu vielen anderen symmetrischen Kernen, die auf frühes Rollen setzen, wurde dieser Kern speziell für eine späte Reaktion modifiziert. Bei einem Gewicht von 15 Pfund liefert er einen sehr hohen RG-Wert von 2.546 und ein kräftiges Differential von 0.052. Diese Kombination ist klassisch für Bälle, die mühelos durch die Front gleiten und ihre Energie fast ausschließlich für das Backend aufsparen. Als Hülle dient der Composite Pearl Coverstock, der werksseitig fein geschliffen und stark poliert wurde. Diese Konfiguration minimiert die Reibung im vorderen Teil der Bahn drastisch und sorgt dafür, dass der Ball erst reagiert, wenn er auf massive Friction trifft.
Vergleichsanalyse
Zieht man den Storm Hy-Road Pearl zum Vergleich heran, so agieren beide Bälle in der Kategorie der "High RG Pearls". Der SWAG Silver Bell besitzt jedoch ein deutlich höheres Differential (0.052 gegenüber ca. 0.046 beim Hy-Road), was ihm am Breakpoint eine aggressivere und schärfere Richtungsänderung verleiht, während der Hy-Road etwas runder agiert. Im Vergleich zum 900 Global Zen, der ebenfalls ein symmetrischer Pearl-Ball ist, zeigt sich der Silver Bell wesentlich länger. Der Zen hat einen viel niedrigeren RG-Wert und liest die Midlane deutlich früher, was ihn stabiler, aber weniger winklig macht. Der Silver Bell hingegen "skippt" die Midlane fast komplett, wenn Öl vorhanden ist. Gegenüber dem hauseigenen SWAG Dynamite (Schwarz/Rot), der den ursprünglichen Turbine-Kern nutzte, ist der Silver Bell radikaler in seiner Längenorientierung. Während der Dynamite noch eine gewisse Kontrolle in der Mitte der Bahn bot, verlässt sich der Silver Bell fast vollständig auf die Reaktion am Ende des Musters, was ihn zu einem reinen "Skid-Flip"-Monster macht.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzgebiet für den SWAG Silver Bell sind Bahnen mit mittlerem bis niedrigem Ölvolumen oder stark abgespielte Bedingungen (Broken Down Lanes). Er ist eine Waffe für die späte Transition, wenn die Front bereits ausgetrocknet ist und stärkere Bälle zu früh Energie verlieren oder unkontrolliert hooken. Dank des hohen RG-Wertes ignoriert der Silver Bell die trockenen Köpfe und speichert seine Rotation bis weit hinunter die Bahn. Dies macht ihn perfekt für Spieler, die gezwungen sind, tief innen zu stehen und den Ball weit nach außen an die Kante zu werfen. Er generiert genug Winkel, um auch aus steilen Positionen zurück zur Gasse zu kommen und bietet dabei einen explosiven Carry, da er beim Einschlag noch über viel Rotationsenergie verfügt. Auf frischem, langem Öl ist der Ball jedoch mit Vorsicht zu genießen, da er hier dazu neigen kann, über den Breakpoint hinaus zu rutschen (Squirt), da ihm die Zähne fehlen, um im Öl zu greifen. Er ist somit der klassische "Late Block"-Ball für Turnierspieler.