Erste Eindrücke
Der im Oktober 2018 veröffentlichte Hammer Rip’D Pearl ist ein technisch faszinierender Ball, der mit Konventionen bricht. Anstatt wie die meisten Pearl-Bälle hochglanzpoliert zu sein, kommt dieser Ball mit einem werksseitigen Finish von 3000 Grit Abralon aus der Box. Diese matte Oberfläche auf der Aggression Pearl CFI Schale sorgt für eine Optik in Blue/Gold/Light Blue, die nicht funkelt, sondern "Business" signalisiert. Im Inneren arbeitet der asymmetrische Rip’D-Kern, der mit einem RG von 2.48 und einem Differential von 0.054 (bei 15 lbs) sehr niedrige und drehfreudige Werte liefert. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die CFI-Technologie (Carbon Fiber Infused), bei der Kohlefaser sowohl in die Schale als auch in den Außenkern eingearbeitet wurde. Dies dient nicht nur der Haltbarkeit (Hammer bot hierauf 3 Jahre Garantie), sondern verbessert laut Hersteller auch die Energieübertragung in den Pins.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zum Hammer Rip’D Solid ist die Pearl-Version erwartungsgemäß sauberer durch die Front, aber durch das 3000er Finish bei weitem nicht so rutschig wie klassische "Shiny Pearls". Er liest die Bahn früher als beispielsweise ein polierter Hammer Black Widow Gold und bietet eine kontrolliertere, weniger ruckartige Reaktion am Breakpoint. Wenn man ihn mit dem originalen Rip’D (Hybrid, der poliert war) vergleicht, wirkt der Pearl fast stabiler in der Midlane, da die raue Oberfläche das Rutschen im Öl verhindert. Er verhält sich eher wie ein "Strong Pearl" im Stile eines Storm Physix (der später kam), der Länge bietet, ohne "zickig" auf Ölstreifen zu reagieren. Er ist die goldene Mitte: mehr Backend als der Solid, aber mehr Traktion als der Hybrid.
Praktische Anwendung
Aufgrund seiner matten Pearl-Oberfläche ist der Rip’D Pearl keine Wahl für trockene Bahnen, sondern fühlt sich auf Medium- bis Heavy-Oil-Mustern am wohlsten. Er ist ideal für die Situation, wenn ein reiner Solid-Ball zu früh anlaufen würde, ein glänzender Ball aber noch zu weit rutscht (Over/Under-Reaktion). Das 3000er Finish hilft dem Ball, den Übergang vom Öl ins Trockene harmonisch zu gestalten. Er ist perfekt für Spieler, die die Gasse öffnen wollen, aber einen runderen Bogen bevorzugen statt eines scharfen Knicks. Sollte der Ball zu früh rollen, lässt er sich hervorragend polieren, um ihn in ein klassisches "Skid-Flip"-Monster zu verwandeln, was seine Vielseitigkeit enorm steigert.