Erste Eindrücke
Der Brunswick Quantum Bias Pearl, veröffentlicht im Frühjahr 2019, setzt die Tradition der High-Tech-Konstruktion fort, für die die Quantum-Serie bekannt ist. Optisch ist der Ball ein absoluter Blickfang: Er präsentiert sich in einem strahlenden High-Gloss White Pearl, das auf dem Ballrücklauf und der Bahn sofort auffällt. Die Oberfläche ist werkseitig mit Crown Factory Compound poliert, was den Glanzgrad maximiert. Das technische Alleinstellungsmerkmal der Quantum-Serie ist die Konstruktionsweise: Der Ball besteht aus einer massiven, zweiteiligen Struktur ohne Füllmaterial (Outer Core). Dies bedeutet, dass die ECA-XR Pearl Oberfläche etwa 3,5-mal dicker ist als bei herkömmlichen Bowlingbällen. Im Inneren arbeitet der Quantum Mushroom High RG Core. Die Spezifikationen bei 15 lbs sind extrem: Ein sehr hoher RG-Wert von 2.563 kombiniert mit einem kräftigen Differential von 0.052. Diese Werte signalisieren eindeutig, dass der Ball darauf ausgelegt ist, Länge zu generieren und erst spät, aber gewaltig, zu reagieren. Die dicke Schale sorgt zudem für einen veränderten Restitutionskoeffizienten, der die Energieübertragung auf die Pins physikalisch optimiert.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Brunswick Quantum Bias (Solid), der komplett weiß und matt war, ist die Pearl-Version das genaue Gegenteil in der Laufcharakteristik. Während der Bias Solid als "Schneereifen" bekannt war, der sich extrem früh in das Öl krallt und eine langsame Reaktion zeigt, gleitet der Quantum Bias Pearl mühelos durch die Front und speichert seine Energie fast komplett für das Backend. Vergleicht man ihn mit dem Storm Hy-Road, der ebenfalls ein High-RG-Design nutzt, wirkt der Quantum Bias Pearl deutlich aggressiver und stärker im Gesamt-Hook, da sein Differential (0.052) wesentlich höher ist als das des Hy-Roads. Er deckt mehr Leisten ab, behält aber die saubere Länge bei. Gegenüber einem asymmetrischen Pearl-Ball wie dem Hammer Black Widow Gold ist der Quantum Bias Pearl am Breakpoint etwas runder und kontinuierlicher. Er "flippt" nicht ganz so abrupt wie der Gas Mask Core der Widow, bietet aber durch das hohe Differential dennoch eine sehr dynamische Richtungsänderung, die für einen symmetrischen Ball beachtlich ist. Er ist deutlich spritziger als ein Brunswick Magnitude 055, der viel früher rollt.
Praktische Anwendung
Der Brunswick Quantum Bias Pearl ist eine Waffe für mittlere Ölbedingungen und insbesondere für die Phase der Transition, wenn die Front bereits trocken wird ("Heads burn up"). Durch seinen extrem hohen RG-Wert ignoriert er frühe Friction fast vollständig und schiebt sich weit die Bahn hinunter, bevor er greift. Das macht ihn ideal für Spieler, die den Winkel zur Gasse öffnen müssen, aber Probleme haben, den Ball durch den vorderen Teil der Bahn zu bekommen. Sobald er auf das trockene Backend trifft, reagiert er schnell und hart. Aufgrund der speziellen zweiteiligen Konstruktion und der dicken Schale ist der Carry dieses Balls phänomenal; er hält die Energie durch das Pin-Deck extrem gut und streut die Pins flach ("Pin Action"). Er ist jedoch weniger geeignet für sehr frisches, langes Öl, da er dort eventuell zu lange rutschen und den Breakpoint verpassen könnte. Spieler mit niedriger Ballgeschwindigkeit werden die eingebaut Länge lieben, während High-Rev-Spieler ihn nutzen können, um tief von innen zu spielen, ohne dass der Ball zu früh Energie verliert.