Erste Eindrücke
Der Storm !Q Tour Teal erweitert die legendäre !Q-Serie um eine lang erwartete Hybrid-Variante, die optisch sofort durch ihre markante blaugrüne Färbung auffällt. Technisch basiert dieser Ball auf der bewährten Kombination, die diese Linie seit über einem Jahrzehnt definiert. Im Zentrum arbeitet der C³ Centripetal Control Core, ein symmetrischer Kern, der für seine extrem niedrige Differential-Rate (0.029 bei 15 lbs) und ein niedriges RG (2.49 bei 15 lbs) bekannt ist. Diese Kernwerte suggerieren bereits vor dem ersten Wurf eine hohe Stabilität und Kontrollierbarkeit. Umhüllt wird dieser Kern von der R2S Hybrid Reaktiv-Oberfläche. Dies stellt eine chemische Mischung aus den Komponenten der Solid- und Pearl-Varianten dar und soll die Lücke zwischen dem aggressiven Grip eines Solids und der Länge eines Pearls schließen. Werksseitig wird der Ball mit dem Reacta Gloss Finish ausgeliefert, was ihm einen deutlichen Glanz verleiht und ihm helfen sollte, die vordere Hülle der Bahn sauber zu passieren, ohne zu früh Energie zu verlieren. Der typische Duft, für den der Hersteller Storm bekannt ist, wird bei diesem Modell als "Pecan" angegeben. Die Kombination aus dem niedrig flarenden Kern und der vielseitigen Hybrid-Schale deutet auf einen Benchmark-Ball hin, der weniger auf maximalen Hook von Küste zu Küste ausgelegt ist, sondern vielmehr auf Vorhersehbarkeit und eine smoothe Bewegung im Backend abzielt.
Vergleichsanalyse
Um die Leistungsfähigkeit des Storm !Q Tour Teal korrekt einzuordnen, ist ein Blick auf seine direkten Verwandten unerlässlich. Im Vergleich zum originalen Storm !Q Tour (Solid), der oft als der ultimative Kontrollball gilt, zeigt sich der Teal deutlich sauberer durch die Front. Während der Solid-Vorgänger dazu tendiert, die Reibung sehr früh zu lesen und eine extrem runde Bewegung zu erzeugen, speichert der Teal durch die Hybrid-Komponente und das Reacta Gloss Finish mehr Energie für das Backend. Dies sollte in einem etwas definierteren Eintrittswinkel in die Gasse resultieren, ohne jedoch die unkontrollierbare Sprunghaftigkeit mancher reiner Pearl-Bälle zu zeigen. Gegenüber dem Storm !Q Tour Ruby, welcher die reine Pearl-Variante der Serie darstellt, dürfte der Teal etwas früher lesen und eine Nuance runder agieren. Er positioniert sich somit exakt in der Mitte: Er bietet mehr Länge als der Solid, aber mehr Midlane-Traktion als der Ruby. Zieht man einen Vergleich zum Storm Phaze II, so agiert der !Q Tour Teal wesentlich schwächer und kontrollierter. Der Phaze II generiert deutlich mehr Flare und Gesamthook. Ein passender Vergleich außerhalb der direkten Linie wäre der Roto Grip Hyped Hybrid, wobei der !Q Tour Teal aufgrund seines stärkeren Kern-Designs (niedrigeres RG) tendenziell früher anrollt und eine schwerere Rollphase bietet. Er ist konzipiert für Situationen, in denen stärkere asymmetrische Bälle wie der Storm Absolute oder der Roto Grip Attention Star zu heftig auf die Transition reagieren.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzgebiet für den Storm !Q Tour Teal liegt auf mittleren Ölvolumen und insbesondere auf Bahnen, die bereits eine gewisse Transition erfahren haben. Aufgrund des niedrigen Differentials erzeugt der Ball wenig Flare, was ihn zu einer hervorragenden Wahl macht, wenn die Bahn "fleckig" wird oder der Breakpoint schwer zu kontrollieren ist. Er ist darauf ausgelegt, nervöse Reaktionen am Ende des Ölmusters zu glätten. Für Spieler mit hohen Umdrehungszahlen (High Rev Bowler) könnte dieser Ball ein absoluter Favorit werden, da er es erlaubt, aggressiver zu spielen, ohne dass der Ball unkontrolliert durch die Nase geht. Spieler mit niedrigerer Rev-Rate werden die Unterstützung des niedrigen RGs schätzen, das den Ball früh in Rotation versetzt, sollten jedoch beachten, dass die polierte Oberfläche bei zu viel Öl zu Rutschphasen führen könnte. Hier könnte eine Anpassung der Oberfläche mit einem 2000er oder 3000er Pad helfen, die Hybrid-Eigenschaften stärker zu betonen. Der Ball ist weniger geeignet für frische, schwere Ölmuster, da ihm hierfür die nötige Traktion fehlt, um durch das dicke Öl in der Front zu schneiden. Seine Stärke liegt in der Kontrolle der Reibung (Friction): Wenn stärkere Bälle zu früh haken oder zu viel Energie verlieren, bevor sie die Pins erreichen, soll der !Q Tour Teal genau die richtige Dosis an Länge und Backend-Bewegung liefern, um den Carry zu maximieren und die Gasse im korrekten Winkel zu treffen. Er fungiert somit als exzellenter "Step-Down"-Ball, wenn die Startbälle zu stark werden.