Erste Eindrücke
Der Roto Grip Purple Gem ist eine spezielle Veröffentlichung (oft als International Release geführt), die technisch direkt an den massiven Erfolg des originalen Roto Grip Gem anknüpft. Optisch dominiert hier, wie der Name verrät, eine satte violette Farbgebung, die ihm im Regal und auf der Bahn eine kraftvolle Präsenz verleiht. Unter der Haube arbeitet der extrem drehfreudige Defiant LRG Kern, der mit einem sehr niedrigen RG von 2.47 und einem hohen Differential von 0.053 (bei 15 lbs) ausgestattet ist. Dies sorgt für eines der frühesten Anlaufmomente auf dem Markt. Kombiniert wird dieser Motor mit dem bewährten MicroTrax Solid Reactive Coverstock. Die Oberfläche ist ab Werk rau geschliffen (typischerweise im Bereich von 2000-Grit), was sofort signalisiert: Dieser Ball will graben. Er ist kein Ball für Finesse im Trockenen, sondern ein schweres Gerät für viel Öl.
Vergleichsanalyse
Technisch spielt der Purple Gem in der absoluten Schwergewichtsklasse. Im Vergleich zum originalen Roto Grip Gem (Yellow/Rubellite/Citrine) verhält er sich nahezu identisch: Er ist extrem früh, rollt schwer und kontrolliert die Midlane wie kaum ein anderer Ball. Der Unterschied liegt primär in der Optik. Vergleicht man ihn jedoch mit dem später erschienenen Roto Grip Exotic Gem, werden die Unterschiede deutlich: Der Exotic nutzt eine Pearl-Schale, geht viel länger durch die Front und reagiert eckiger am Breakpoint. Der Purple Gem hingegen beginnt seine Arbeit viel früher und zeichnet einen runden, unaufhaltsamen Bogen. Gegenüber einem 900 Global Reality wirkt der Purple Gem oft noch einen Tick aggressiver im Öl und startet die Rotation etwas früher, was ihn zur ultimativen Lösung macht, wenn selbst ein Reality zu weit rutscht.
Praktische Anwendung
Dieser Ball hat ein klares Einsatzgebiet: Schweres Öl und lange Muster. Der Roto Grip Purple Gem ist der klassische "Schneereifen" in der Tasche. Er benötigt zwingend Öl in der Front (Heads), um seine Energie nicht schon vor den Pins zu verbrennen. Auf frischen Bahnen gibt er Spielern mit hoher Geschwindigkeit oder niedrigerer Rev-Rate die nötige Sicherheit, dass der Ball früh genug greift und nicht durch die Gasse rutscht. Er blendet das Muster von vorne nach hinten, was bedeutet, dass er Übergänge sanft gestaltet, statt sprunghaft zu reagieren. Sobald die Bahn jedoch aufbricht (Transition) und die Köpfe trocken werden, sollte er weggelegt werden, da er sonst an Energie und Carry verliert (Roll-Out). Er ist ein reines Spezialwerkzeug für viel Volumen.