Erste Eindrücke
Der SWAG Pure Fantasy besticht optisch durch seine Kombination aus Blau und Lila, die ihm auf der Bahn eine ruhige und dennoch markante Präsenz verleiht. Im Inneren arbeitet der bewährte symmetrische Mushroom-Kern, der bei 15 lbs ein niedriges RG von 2.486 und ein mittleres Differential von 0.044 liefert. Diese Kernwerte sorgen für ein frühes, stabiles Anlaufen und eine kontrollierte Rotation. Die Besonderheit liegt in der Oberflächenbearbeitung: Obwohl als Schale das Reverie 3 (RVR 3) Pearl Reactive Material zum Einsatz kommt, wird der Ball ab Werk nicht poliert, sondern mit einem 3000-Grit-Schliff (Sanded) ausgeliefert. Dieser "Sanded Pearl"-Ansatz verleiht dem Ball eine einzigartige Haptik – er fühlt sich griffig an und signalisiert sofort, dass er nicht für maximalen Skid, sondern für eine glättende Traktion gebaut wurde.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum SWAG Fantasy Star, der denselben Mushroom-Kern nutzt aber poliert ist, liest der Pure Fantasy die Bahn deutlich früher und reagiert weicher am Breakpoint. Während der Fantasy Star oft eine spritzige Backend-Reaktion zeigt, wirkt der Pure Fantasy kontrollierter und blendet Überreaktionen aus. Im Marktvergleich ähnelt er von der Philosophie her dem Storm !Q Tour (Solid) in Bezug auf Kontrolle, bietet aber durch die Pearl-Schale etwas mehr Länge und Energieerhalt. Er ist weniger aggressiv im Gesamt-Hook als ein SWAG Big Bro Jacked, bietet aber mehr Biss im Öl als typische Einsteiger-Pearls wie der Brunswick Rhino. Man könnte ihn als Bindeglied zwischen einem starken Solid-Ball und einem glänzenden Pearl-Ball sehen.
Praktische Anwendung
Der SWAG Pure Fantasy ist ein hervorragender Benchmark-Ball für mittlere Ölbedingungen. Durch das 3000er Finish auf der Pearl-Schale ist er ideal geeignet, um "Wet/Dry"-Bedingungen (viel Öl in der Mitte, trocken außen) zu entschärfen. Er rutscht nicht zu weit, wenn er das Öl trifft, beißt aber auch nicht zu aggressiv, wenn er auf trockene Leisten stößt. Das macht ihn zur ersten Wahl für Turnierspieler, die das Ölmuster lesen wollen, ohne Risiko einzugehen. Er eignet sich besonders gut als erster Ball aus der Tasche auf frischen Hausmustern, da er eine definierte Linie bietet und Fehler in der Geschwindigkeit besser verzeiht als hochglanzpolierte Bälle, die oft empfindlicher reagieren.