Erste Eindrücke
Der DV8 Prowler, veröffentlicht im Februar 2019, bringt eine technisch interessante Nuance in das mittlere Preissegment des Herstellers. Optisch auffällig durch seine kontrastreiche Farbkombination aus Schwarz, Orange und Weiß, wird der Ball ab Werk mit einem Crown Factory Compound Finish auf einer 500 Siaair Basis ausgeliefert. Dies verleiht ihm einen deutlichen Glanz, aber mit mehr darunterliegender Textur als bei einer reinen Politur. Das Herzstück ist der asymmetrische Divergent Core. Mit einem RG-Wert von 2.491, einem Differential von 0.044 und einem moderaten Intermediate Differential von 0.011 (bei 15 lbs) bietet dieser Kern eine spezifische Dynamik: Er möchte dank des niedrigen RGs früh rotieren, verhält sich aber durch die geringe Asymmetrie fast so kontrollierbar wie ein symmetrischer Ball. Die Hülle bildet das N-Forcer Plus Pearl Reactive Material. Ein wesentliches technisches Upgrade in dieser Serie ist die Integration der DynamiCore-Technologie im Außenkern, die die Energieübertragung beim Aufprall auf die Pins optimiert und den Carry signifikant verbessern soll. Die Kombination aus polierter Pearl-Oberfläche und einem drehfreudigen, aber nicht übermäßig aggressiven Kern deutet auf eine vielseitige Skid-Flip-Reaktion hin.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum DV8 Turmoil Pearl, der einen symmetrischen Kern nutzt, bietet der Prowler durch seinen asymmetrischen Divergent Core deutlich mehr Drehmoment am Breakpoint. Während der Turmoil Pearl oft eine sehr runde und sanfte Reaktion zeigt, kann der Prowler die Richtung schneller ändern, sobald er auf Friction trifft. Vergleicht man ihn mit dem Hammer Black Widow Gold (einem der bekanntesten asymmetrischen Pearl-Bälle), so fällt auf, dass der Prowler etwas früher in die Rollphase übergeht (niedrigeres RG: 2.49 vs. 2.50) und eine etwas weniger drastische Richtungsänderung vollzieht (niedrigeres Intermediate Diff). Der Widow Gold ist "zackiger", der Prowler wirkt stabiler. Gegenüber einem Storm Hy-Road, der als symmetrische Referenz gilt, erzeugt der Prowler mehr Flare und deckt mehr Leisten ab, ohne jedoch die extreme Länge des Hy-Roads zu erreichen. Er sitzt perfekt zwischen der Kontrolle eines symmetrischen Balls und der rohen Kraft eines großen Asymmetrischen wie dem DV8 Pitbull, ist aber deutlich sauberer durch die Front als Letzterer.
Praktische Anwendung
Der DV8 Prowler ist ein exzellenter Ball für mittlere Ölmuster und typische Haus-Ligen. Seine größte Stärke liegt in der Phase der Transition, wenn die Bahn beginnt, sich zu verändern. Oft ist der Prowler die ideale Wahl, wenn der Benchmark-Solid (wie ein DV8 Pitbull oder Verge) beginnt, zu früh zu haken oder Energie zu verlieren. Dank der Compound-Oberfläche gleitet der Prowler mühelos über die bereits angetrockneten Köpfe und nutzt den Divergent Core, um im Mittelfeld der Bahn genug Rotation aufzubauen, damit er nicht am Breakpoint vorbeirutscht. Er reagiert schnell auf Reibung, bleibt dabei aber kontrollierbar genug, um nicht unvorhersehbar durch die Gasse zu springen. Die DynamiCore-Hülle macht sich besonders bemerkbar, wenn der Eintrittswinkel etwas flacher ist; der Ball hält die Energie extrem gut durch das Pin-Deck. Er ist weniger geeignet für sehr schweres Öl, da er dort rutschen würde, aber auf normalen bis leicht trockenen Bahnen ist er eine Allzweckwaffe, um Winkel zu öffnen.