Erste Eindrücke
Der im Oktober 2016 veröffentlichte Motiv Primal Fear ist eine direkte Antwort auf den Ruf nach mehr Ecken auf der Bahn. Im Inneren arbeitet der bewährte Impulse V2 Kern, ein symmetrischer Gewichtsblock mit einem RG von 2.55 und einem Differential von 0.050 (bei 15 lbs). Diese Zahlen deuten auf einen Kern hin, der spät, aber gewaltig Energie freisetzt. Kombiniert wird dies mit der Voracity Pearl Reactive Oberfläche, die werksseitig mit einem 5000 Grit LSP (Laser Scan Polished) Finish versehen ist. Optisch sticht der Ball durch seine Mischung aus orangefarbenem und anthrazitfarbenem Pearl hervor. Diese Kombination sorgt dafür, dass der Primal Fear extrem sauber durch die Front gleitet, bevor er am Ende des Ölmusters eine sehr scharfe, fast aggressive Richtungsänderung vornimmt. Er ist kein Ball, der früh liest, sondern einer, der Länge generiert und die Energie für das Backend aufspart.
Vergleichsanalyse
Vergleicht man den Primal Fear mit seinem legendären Vorgänger, dem Motiv Primal Rage, zeigt sich der Fear als die modernere, stärkere Weiterentwicklung. Während der Primal Rage auf sehr viel Öl manchmal Schwierigkeiten hatte, die Ecke zu kriegen, beißt sich die Voracity-Schale des Fear besser durch dickeres Öl im Mittelfeld, ohne die Länge zu opfern. Im Vergleich zu einem Storm Code Black (einem populären asymmetrischen Pearl-Ball aus derselben Ära) ist der Primal Fear etwas kontrollierbarer am Breakpoint. Der Code Black neigt dazu, noch abrupta zu kippen (Skid-Flip), während der Primal Fear trotz seiner Eckigkeit eine etwas rundere, kontinuierlichere Bewegung durch das Pin-Deck beibehält. Gegenüber einem Roto Grip Idol Pearl (obwohl später erschienen, ein guter Referenzpunkt für symmetrische Pearls) wäre der Primal Fear als zackiger und schneller in der Reaktion einzustufen.
Praktische Anwendung
Der Motiv Primal Fear ist eine Waffe für Medium- bis Medium-Heavy-Ölbedingungen, speziell wenn die Bahn "aufbricht" und man gezwungen ist, tiefere Winkel zu spielen. Er ist ideal für die Transition-Phase, wenn raue Solid-Bälle (wie ein Jackal oder Forge) anfangen, zu früh Energie zu verlieren. Spielertypen, die gerne "den Bauch der Bahn" nutzen und den Ball weit nach rechts (bei Rechtshändern) rauswerfen, werden das Vertrauen schätzen, dass der Ball zurückkommt. Er generiert viel Winkel und eignet sich hervorragend, um versprengte Pins durch hohe Eintrittswinkel zu vermeiden (Carry). Auf frischem, extrem langem Öl könnte er zu rutschig sein, aber sobald eine Spur in die Bahn gespielt ist, ist er oft die erste Wahl, um das Feld von links zu öffnen.