Erste Eindrücke
Der Storm Pitch Black markiert technisch gesehen eine Rückkehr zu den Wurzeln des modernen Bowlingsports, kombiniert jedoch klassische Konzepte mit zeitgenössischer Fertigungstechnik. Rein optisch präsentiert sich der Ball in einem schlichten, matten Schwarz, was den Fokus auf die funktionale Natur des "Controll Solid Urethane" Coverstocks lenkt. Im Inneren des Balls arbeitet der eigens entwickelte "Capacitor Core". Dieser symmetrische Kern zeichnet sich bei einem Gewicht von 15 lbs durch ein vergleichsweise hohes RG von 2.57 und ein extrem niedriges Differential von 0.022 aus. Diese technischen Spezifikationen deuten darauf hin, dass der Ball darauf ausgelegt ist, das Flare-Potential massiv zu reduzieren, um eine möglichst stabile und vorhersehbare Ballbahn zu gewährleisten. Ab Werk wird die Oberfläche mit einem 1000-grit Pad bearbeitet. Diese raue Textur soll es dem Ball ermöglichen, bereits sehr früh in der Front der Bahn Traktion aufzubauen, ohne dabei unkontrollierbar zu werden. Im Gegensatz zu modernen Reaktiv-Bällen, die oft darauf ausgelegt sind, Energie zu speichern und am Backend freizusetzen, zielt die Konstruktion des Pitch Black darauf ab, die Energie gleichmäßiger über die gesamte Bahnslänge zu verteilen. Das poröse Urethan-Material unterscheidet sich dabei von den Urethan-Mischungen der 80er Jahre und soll eine modernere Antwort auf heutige Ölmuster bieten, indem es zwar früh liest, aber dennoch genügend Energie für den Pin-Impact behält.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zu Bällen mit Reaktiv-Harz-Oberflächen, wie etwa dem Phaze II oder dem Hy-Road von Storm, zeigt der Pitch Black ein gänzlich anderes Bewegungsverhalten. Während Reaktiv-Bälle typischerweise eine ausgeprägte Reaktion auf die Friction am Ende des Ölmusters zeigen und einen scharfen Winkel in die Gasse generieren, verhält sich der Pitch Black wesentlich linearer. Er dürfte deutlich weniger "Snap" am Backend produzieren und stattdessen einen sanften Bogen beschreiben. Dies steht auch im Kontrast zu "Hybrid"-Urethan-Optionen oder stärkeren Urethan-Bällen anderer Hersteller. Vergleicht man den Pitch Black beispielsweise mit dem Purple Pearl Urethane von Hammer, so dürfte der Storm-Vertreter früher zu greifen beginnen und insgesamt eine glattere Bewegung aufweisen, während der Purple Pearl von Hammer oft etwas mehr Länge generiert und im Backend eine definiertere Bewegung zeigt. Auch gegenüber dem Pitch Blue von Storm, der eine Pearl-Urethan-Schale besitzt, soll der Pitch Black deutlich früher lesen und insgesamt runder laufen. Im Vergleich zu modernen, asymmetrischen Urethan-Optionen wie dem Rubicon UC3 von Roto Grip, fehlt dem Pitch Black der starke Motor im Kern, was ihn zur kontrollierteren, wenngleich schwächeren Option macht, wenn das Ölvolumen auf der Bahn geringer ist. Er positioniert sich somit als Werkzeug für maximale Kontrolle, wo andere Bälle zu aggressiv auf trockene Leisten reagieren könnten.
Praktische Anwendung
Der primäre Einsatzzweck des Storm Pitch Black liegt auf kürzeren oder schwierigen Sportmustern sowie auf Bahnen mit stark abgenutzter Front oder viel Friction im Außenbereich. Durch das extrem niedrige Differential und die Urethan-Oberfläche soll der Ball verhindern, dass Überreaktionen beim Übergang vom Öl ins Trockene entstehen. Für Spieler mit hohen Umdrehungszahlen, insbesondere Zweihand-Bowler, bietet dieser Ball oft die Möglichkeit, die Gasse direkt anzuspielen, ohne befürchten zu müssen, dass der Ball zu stark durch die Mitte geht. Er dient hierbei dazu, die aggressive Rotation des Spielers zu zähmen und in eine vorwärtsgerichtete Rollbewegung umzuwandeln. Aber auch für Spieler mit weniger Handrotation kann der Pitch Black auf sehr trockenen Bahnen eine Option sein, um den Ball auf der Bahn zu halten, wenn Reaktiv-Bälle bereits zu früh Energie verlieren ("ausbrennen"). Ein wesentlicher Aspekt der praktischen Anwendung ist das Management der Transition. Da Urethan dazu neigt, Öl in die trockenen Bereiche der Bahn zu verschleppen (Carry-Down), verändert der Einsatz des Pitch Black die Bahnbedingungen aktiv. Strategisch eingesetzt, könnte dies genutzt werden, um die Reaktion der Gegenspieler zu beeinflussen. Der Ball verlangt jedoch nach Präzision; aufgrund des geringen Eintrittswinkels in die Gasse ist das Carry oft davon abhängig, wie exakt der Spieler den Ball platziert. Er ist weniger verzeihend bei Fehlwürfen nach außen als starke Reaktiv-Bälle, bietet dafür aber eine unübertroffene Kontrolle der Leisten in der Länge.