Erste Eindrücke
Der DV8 Pitbull wurde im Januar 2017 als der bis dato aggressivste Ball in der Geschichte von DV8 veröffentlicht. Optisch warnt der Ball bereits durch seine auffällige Farbkombination aus Violet, Lime und Black Solid vor seiner Bissigkeit. Technisch setzt DV8 hier auf den massiven Pitbull Low RG Asymmetric Core. Dieser Kern liefert in der 15-Pfund-Version einen extrem niedrigen RG-Wert von 2.486, ein sehr hohes Differential von 0.055 sowie ein starkes Intermediate Differential von 0.020. Diese Werte sind physikalisch darauf ausgelegt, den Ball so früh wie möglich in Rotation zu versetzen. Umhüllt wird das Kraftpaket vom Composite Bite Solid Coverstock, der ab Werk mit einem sehr rauen 500/1000 Siaair Micro Pad Finish versehen ist. Diese Kombination aus tiefem RG, hoher Asymmetrie und grober Oberfläche dient einem einzigen Zweck: Maximale Traktion im Öl und ein möglichst früher Hook.
Vergleichsanalyse
Um die immense Stärke des DV8 Pitbull einzuordnen, muss er mit anderen Schwergewichten für ölige Bahnen verglichen werden. Gegenüber seinem direkten Vorgänger, dem DV8 Grudge, bietet der Pitbull noch mehr Gesamthaken und eine spürbar frühere Reaktion. Während der Grudge am Breakpoint gelegentlich etwas weicher agierte, beißt sich der Pitbull sofort fest, sobald er Friction spürt. Im Vergleich zum Radical Cash, der zeitgleich erschien, agiert der Pitbull oft noch einen Tick aggressiver in der Front und gräbt sich tiefer ins Öl, was ihn auf extremen Fluten (Floods) effektiver macht. Verglichen mit einem Storm Alpha Crux zeigt der Pitbull durch seine Composite-Technologie eine etwas andere Haftung; er wirkt oft "zahniger" und weniger anfällig für Hydroplaning auf sehr langem Öl, opfert dafür aber etwas Backend-Snap, den der Crux manchmal noch generieren kann.
Praktische Anwendung
Der DV8 Pitbull ist ein spezialisiertes Werkzeug für schwerste Ölbedingungen und lange Sportmuster. Er fungiert als "Schneepflug", der durch dickstes Öl schneidet und Traktion erzeugt, wo andere Bälle nur rutschen. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit ist er oft die einzige Option, um den Ball früh genug zum Rollen zu bringen und einen effektiven Eintrittswinkel in die Gasse zu erzielen. Auf typischen Hausölungen ist er in der Regel zu stark: Er würde zu früh Energie verbrennen und kraftlos an den Pins ankommen (Burn out), was zu schlechtem Carry führt. Sein idealer Einsatzbereich ist der erste Ball aus der Tasche auf einer frischen, schweren Ölung. Wenn die Bahn im Verlauf des Turniers aufbricht und die Front trocken wird, sollte zwingend auf schwächere Bälle wie den DV8 Vandal oder Diva gewechselt werden, da der Pitbull dann seine Linie verliert und kaum noch kontrollierbar ist.