Erste Eindrücke
Der Storm Phaze II Solid markiert einen signifikanten Punkt in der Entwicklung der Master-Line von Storm und hat sich seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2016 als eine beständige Konstante im Sortiment etabliert. Optisch präsentiert sich der Ball in einer markanten Mischung aus Rot, Blau und Lila, was ihm auf der Bahn eine gut sichtbare Präsenz verleiht, um die Rotation und die Balllaufphasen visuell nachverfolgen zu können. Ein unverwechselbares Merkmal, das typisch für den Hersteller Storm ist, ist der eingearbeitete Duft, der bei diesem Modell als "Red Velvet Cake" spezifiziert wird. Technisch betrachtet basiert der Phaze II auf der Kombination des bewährten Velocity-Kerns mit der damals neu entwickelten TX-16 (Traction-X 2016) Solid Reactive Oberfläche. Diese Kombination zielt darauf ab, eine Lücke zwischen aggressiven High-Performance-Bällen und kontrollierbaren Symmetrischen-Bällen zu schließen. Der symmetrische Velocity-Kern weist bei einem Gewicht von 15 Pfund ein niedriges RG von 2.48 und ein hohes Differential von 0.051 auf. Diese physikalischen Kennzahlen deuten darauf hin, dass der Kern dazu tendiert, früh in Rotation zu geraten und ein hohes Maß an Flare-Potenzial besitzt. Die Oberfläche wird ab Werk mit einem 3000-grit Abralon Finish ausgeliefert, was eine matte Textur erzeugt, die dafür konzipiert ist, frühzeitig Traktion im Öl aufzubauen, ohne dabei sofortige Energie zu verbrennen. Das Zusammenspiel aus dem niedrigen RG des Kerns und der griffigen Solid-Oberfläche soll eine sehr gleichmäßige und vorhersehbare Bewegung erzeugen, die oft als "schwer rollend" beschrieben wird.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger, dem ursprünglichen Phaze von Storm, zeigt der Phaze II ein deutlich verändertes Verhalten. Während der erste Phaze oft für eine gewisse Unberechenbarkeit im Breakpoint-Bereich kritisiert wurde, wurde der Phaze II entwickelt, um genau diese Schwäche zu eliminieren und stattdessen maximale Kontrolle und Kontinuität zu bieten. Betrachtet man das Portfolio von Storm, so positioniert sich der Phaze II häufig als die aggressivere, stärkere Alternative zum legendären IQ Tour Edition. Wo der IQ Tour Edition durch sein noch niedrigeres Differential die Bahn eher glättet und die Bewegung kontrolliert, bietet der Phaze II durch das höhere Differential von 0.051 deutlich mehr Hook-Potenzial und deckt mehr Leisten ab, behält aber dennoch den gutmütigen Charakter eines symmetrischen Balls bei. Vergleicht man ihn mit Bällen anderer Hersteller, wie beispielsweise dem Idol von Roto Grip (ebenfalls ein symmetrischer Solid), so wird dem Phaze II oft eine etwas rundere, bogenförmigere Bewegung im Backend zugeschrieben, während andere Solids teils früher und abrupt ihre Energie abgeben können. Gegenüber Bällen mit Pearl-Oberfläche oder asymmetrischen Kernen, wie etwa dem Attention Star S2 von Roto Grip oder der Black Widow Serie von Hammer, reagiert der Phaze II wesentlich früher auf der Bahn. Er ist nicht darauf ausgelegt, wie diese Bälle extrem weit durch die Front zu gleiten und dann am Ende der Bahn abrupt zu hooken. Stattdessen beginnt er seine Arbeit bereits im mittleren Teil der Bahn (Midlane) und bietet eine sanftere Transition vom Öl in den trockenen Bereich. Er dient somit oft als Referenzpunkt oder "Benchmark-Ball", an dem sich die Auswahl anderer Bälle orientiert: Ist der Phaze II zu früh, greift man zu einem Hy-Road von Storm; ist er zu schwach, wäre ein asymmetrischer Ball wie der Gem von Roto Grip oder ein Harsh Reality von 900 Global die logische Konsequenz.
Praktische Anwendung
In der praktischen Anwendung auf der Bowlingbahn gilt der Storm Phaze II als klassischer "Benchmark-Ball", der oft als erster Ball aus der Tasche geholt wird, um das Ölbild zu lesen. Seine idealen Einsatzszenarien finden sich auf frischen bis mäßig angespielten Bahnen mit mittlerem bis hohem Ölvolumen. Durch die raue Solid-Oberfläche und den starken Kern liest der Ball die Midlane extrem gut, was dem Spieler hilft, Überreaktionen am Ende des Ölmusters zu vermeiden. Er ist darauf ausgelegt, die Front sauber zu passieren, sofern genug Öl vorhanden ist, und dann eine starke, aber kontrollierbare Bewegung in die Gasse zu machen. Die Stärke des Phaze II liegt in seiner Vorhersehbarkeit: Er verzeiht Ungenauigkeiten bei der Abgabe oft besser als spitzere Bälle, da er die Transition weicher gestaltet. Für Spieler mit hoher Rev-Rate (hohe Umdrehungszahl) bietet der Ball die notwendige Kontrolle, um nicht unkontrolliert durch die Nase zu gehen, da die Energieabgabe sehr linear verläuft. Spieler mit niedrigerer Rev-Rate oder weniger Geschwindigkeit profitieren hingegen von der Hilfe des Kerns und der Oberfläche, die dafür sorgen, dass der Ball auch bei weniger Handarbeit zuverlässig anrollt und genügend Friction erzeugt, um die Pins effektiv zu mischen. Ein besonderes Leistungsmerkmal ist der sogenannte Carry: Durch den schweren Roll, den der Velocity-Kern erzeugt, treibt der Ball oft sehr tief durch das Pin-Deck und minimiert das Risiko von stehengebliebenen Eck-Pins. Wenn das Öl jedoch im Laufe des Spiels in den vorderen Bereich der Bahn verschleppt wird oder die Heads austrocknen, könnte der Phaze II zu früh anfangen zu arbeiten und an Energie für den Einschlag verlieren. In diesem Moment wäre ein Wechsel auf glänzendere oder schwächere Bälle ratsam. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Phaze II dort glänzt, wo eine Mischung aus Traktion und kontinuierlicher Bewegung gefordert ist, ohne auf extreme Winkel angewiesen zu sein.