Erste Eindrücke
Der Radical Outer Limits Black Hole präsentiert sich als optisch schlichte, aber technisch hochentwickelte Erweiterung der Outer Limits-Serie. Der Ball erscheint in einem komplett schwarzen Design mit violetten Logos und vermittelt bereits rein äußerlich eine klassische Ästhetik. Im Inneren arbeitet der bewährte asymmetrische Outer Limits-Kern, der bei einem Gewicht von 15 Pfund über ein RG von 2.499, ein Differential von 0.051 und ein Intermediate Differential von 0.014 verfügt. Diese Kennzahlen weisen ihn als Asymmetrischen Ball mit moderaten Werten aus, was auf eine kontrollierbare Kraftentfaltung hindeuten soll. Eine wesentliche Neuerung stellt das Schalenmaterial dar. Der Hersteller setzt hier auf die HK22C Solid Coverstock-Technologie, wobei das "C" für "Cohesion" steht und eine Weiterentwicklung der ursprünglichen HK22-Mischung markiert. Trotz der Klassifizierung als Solid-Ball wird der Black Hole werksseitig mit einem glänzenden Finish ausgeliefert. Die Oberfläche wird in den Stufen 500, 1000 und 1500 Siaair bearbeitet und anschließend mit Crown Factory Compound versiegelt. Diese Kombination aus einer griffigen Solid-Schale und einer polierten Oberfläche zielt darauf ab, eine Lücke im Sortiment zu schließen, da glänzende Solids ("Shiny Solids") auf dem Markt seltener vertreten sind. Zusätzlich ist die Außenhülle mit der DynamiCore-Technologie verstärkt, welche die Haltbarkeit erhöhen und die Schlagkraft bei den Pins optimieren soll.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum ursprünglichen Outer Limits (Solid) zeigen sich deutliche Unterschiede in der Ballreaktion. Während der Vorgänger als "Hook-Monster" galt, das etwa drei bis sieben Leisten stärker als ein typischer Benchmark-Ball agierte und sehr früh anlief, verhält sich der Black Hole wesentlich sauberer durch die vorderen Teile der Bahn. Analysen deuten darauf hin, dass die glänzende Oberfläche dem Ball hilft, mehr Länge zu generieren und Energie für das Ende des Ölmusters zu bewahren. Im Gegensatz zur eher runden und glatten Bewegung des originalen Solids, zeichnet sich der Black Hole durch eine eckigere Reaktion am Breakpoint aus. Er reagiert schneller auf die Friction, bietet aber dennoch nicht die extrem aggressive "Skid-Flip"-Bewegung eines reinen Pearl-Balls, sondern eine kontrolliertere, aber dennoch winkelstarke Bewegung. Verglichen mit anderen Bällen, wie dem Roto Grip Viking (einem Hybrid), wird der Black Hole als stärker und reaktionsfreudiger beschrieben, insbesondere wenn die Bahn trocken wird. Interessant ist zudem die Parallelität zum Conspiracy Scheme aus der Vergangenheit: Ähnlich wie dieser Ball scheint der Black Hole extrem wandlungsfähig auf Oberflächenbearbeitungen zu reagieren. Wird die Politur entfernt (z.B. durch einen Schliff mit 2000er Körnung), verändert sich der Charakter des Balls drastisch hin zu einer wesentlich früheren und insgesamt stärkeren Gesamtbewegung, die an Bälle wie den Guru Limited erinnern könnte.
Praktische Anwendung
Der Radical Outer Limits Black Hole ist als vielseitiges Werkzeug konzipiert, das je nach Oberflächenbearbeitung ein breites Spektrum an Bedingungen abdecken kann. In der "Out of the Box"-Konfiguration mit Compound-Finish eignet er sich hervorragend für Hausölungen und Situationen, in denen die Bahn bereits Transition zeigt. Die glänzende Oberfläche erlaubt es dem Ball, mühelos durch die Köpfe zu gleiten, während die Solid-Basis im Coverstock dennoch für eine gewisse Sicherheit im Mittelfeld der Bahn sorgt. Dies macht ihn besonders attraktiv für Spieler, die eine Ballreaktion suchen, die Länge mit einer zuverlässigen Richtungsänderung kombiniert, ohne dabei unkontrollierbar zu werden. Für verschiedene Spielertypen ergeben sich unterschiedliche Einsatzszenarien. Rev-dominante Spieler dürften von der zusätzlichen Länge und der Kontrolle profitieren, da der Ball nicht zu früh "verbrennt". Geschwindigkeitsdominante Spieler oder solche mit ausgeglichenem Verhältnis von Speed und Umdrehungen könnten hingegen davon profitieren, die Oberfläche anzupassen. Das Entfernen der Politur oder das Anschleifen auf rauere Werte (z.B. 2000 Grit) soll den Ball in eine griffige Waffe für schwereres Öl verwandeln, die deutlich früher liest und eine kontinuierliche Bewegung durch die Gasse erzeugt. Unabhängig von der Oberfläche zeichnet sich der Ball durch einen hervorragenden Carry aus, wobei die Energieübertragung in die Pins oft dazu führt, dass auch nicht perfekt getroffene Gassen noch fallen ("Messenger"). Er bietet somit eine flexible Option, die sowohl als erster Ball auf einer frischen Hausölung als auch später im Block eingesetzt werden kann, wenn die Bahnen aufbrechen.