Erste Eindrücke
Der Roto Grip No Rules Pearl wurde im Januar 2017 als glänzendes Pendant zum ursprünglichen No Rules veröffentlicht und erweitert die HP4-Serie des Herstellers. Der Ball fällt durch seine markante Farbgebung in Onyx, Neon Green und Silver ins Auge. Im Zentrum des Geschehens steht der asymmetrische Chaotic Core, der für eine hohe Dynamik und kontinuierliche Energieübertragung entwickelt wurde. In der 15-Pfund-Version liefert dieser Kern einen RG-Wert von 2.51, ein Differential von 0.053 sowie ein Intermediate Differential von 0.018. Umhüllt wird das Kraftpaket vom Amped Pearl Reactive Cover, das ab Werk mit einem 1500-Grit Polish versehen ist. Diese Kombination soll eine saubere Gleitphase durch die Front gewährleisten und gleichzeitig genug Reibung im Midlane-Bereich aufbauen, um eine kraftvolle Richtungsänderung einzuleiten.
Vergleichsanalyse
Innerhalb des Roto Grip Portfolios bietet der No Rules Pearl deutlich mehr Länge und einen winkeligeren Breakpoint als der ursprüngliche No Rules Solid, der mit seiner matten Oberfläche wesentlich früher auf Friction reagiert. Im Vergleich zum Storm Code Black, der ebenfalls auf eine starke asymmetrische Kern-Cover-Kombination setzt, zeigt der No Rules Pearl eine etwas stabilere Midlane-Präsenz, während der Code Black oft als noch explosiver im Backend wahrgenommen wird. Gegenüber dem Roto Grip Dare Devil, der das gleiche Amped Cover verwendet, sorgt der massivere Chaotic Core des No Rules Pearl für ein deutlich höheres Flare-Potential und eine insgesamt stärkere Gesamthaken-Bewertung. Er schließt damit die Lücke zwischen extrem aggressiven Solid-Bällen für schweres Öl und den reinen Skid-Flip-Optionen für trockenere Bedingungen.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich des Roto Grip No Rules Pearl liegt auf mittleren bis mittelschweren Ölbedingungen. Durch die Pearl-Eigenschaften soll der Ball die Front mühelos überbrücken, selbst wenn das Öl bereits durch die Transition aufgebrochen wurde. Leistungsstarke Spieler mit hohen Rev-Raten profitieren von der Fähigkeit des Balls, tiefere Winkel zu spielen und dennoch mit ausreichend Carry in der Gasse anzukommen. Für Spieler mit moderater Geschwindigkeit bietet der asymmetrische Kern die notwendige Unterstützung, um nicht nur über das Backend, sondern über den gesamten Bahnverlauf eine kontrollierte, aber starke Bewegung beizubehalten. Sollten die Bahnen ein unkontrolliertes Springen am Breakpoint provozieren, kann die Oberfläche leicht mit einem Abralon-Pad mattiert werden, um die Reaktion zu glätten, ohne die grundlegende Aggressivität des Balls zu verlieren.