Erste Eindrücke
Der im Jahr 1998 erschienene AMF MJ Basketball ist mehr als nur ein Sportgerät; er ist ein ikonisches Stück Popkultur der späten 90er Jahre. Veröffentlicht auf dem Höhepunkt der "Michael Jordan"-Mania (kurz nach dem letzten Titel der Chicago Bulls), war dieser Ball das optische Highlight der AMF Michael Jordan Signature-Serie. Optisch imitiert er perfekt das Aussehen eines klassischen orangen Basketballs, komplett mit den schwarzen Linien und der simulierten Noppen-Struktur (die sich jedoch glatt anfühlt) sowie der Unterschrift der NBA-Legende. Technisch handelt es sich um einen reinen Polyester-Ball (Plastic/Viz-A-Ball). Im Inneren arbeitet ein simpler 3-teiliger Pancake-Gewichtsblock. Die Oberfläche ist extrem hart und werksseitig auf Hochglanz poliert. Dies dient dazu, das aufwendige Design zu schützen und jegliche Reibung auf der Bahn zu minimieren, was ihn zu einem reinen Richtungsball macht.
Vergleichsanalyse
Um den AMF MJ Basketball einzuordnen, muss man ihn strikt von den anderen Bällen der gleichen Signature-Linie trennen. Es gab nämlich auch *reaktive* Performance-Bälle mit MJ-Branding (z.B. den schwarzen "MVP"-Ball). Der "Basketball"-Ball hingegen ist technisch identisch mit einem AMF Boogie oder einem Columbia 300 White Dot. Im Vergleich zu den Performance-Bällen von 1998, wie dem AMF Dick Weber oder den späten Ninja-Modellen, verhält sich der MJ Basketball absolut passiv. Er besitzt kein Flare-Potenzial und keinen dynamischen Kern. Während ein Reaktiv-Ball Haken schlägt, rollt der MJ Basketball "dead straight". Er ist technisch vergleichbar mit dem AMF Coca-Cola Ball: Ein Sammlerstück, bei dem die Optik die Funktion diktiert.
Praktische Anwendung
Der AMF MJ Basketball hat heute zwei primäre Einsatzgebiete, die sich oft überschneiden. Erstens ist er ein exzellenter Spare-Ball. Seine harte Polyester-Schale ignoriert das Öl auf der Bahn komplett, was ihn perfekt macht, um präzise Einzelpins (besonders die 10 bei Rechtshändern) abzuräumen, ohne dass der Ball durch trockene Leisten abgelenkt wird. Zweitens – und vielleicht noch wichtiger – ist er ein begehrtes Sammlerstück ("Shelf Queen"). Viele dieser Bälle wurden nie gebohrt, sondern landeten direkt in der Vitrine von Basketball-Fans. Für den sportlichen Einsatz als "Strike-Ball" ist er nur auf extrem trockenen Bahnen ("Wüste") oder für absolute Anfänger geeignet, da ihm die Durchschlagskraft (Carry) fehlt, die für hohe Scores nötig ist. Er neigt dazu, bei vollen Pins stark abgelenkt zu werden (Deflection).