Erste Eindrücke
Der im August 2018 veröffentlichte Radical Ludicrous macht seinem Namen („wahnwitzig“ oder „lächerlich“) alle Ehre, wenn es um die Backend-Bewegung geht. Er wurde mit dem klaren Ziel entwickelt, den aggressivsten „Down-Lane-Motion“ im Radical-Sortiment zu bieten. Technisch basiert er auf einem neuen asymmetrischen Ludicrous-Kern, der mit einem RG von 2.535 und einem Differential von 0.050 (bei 15 lbs) ausgestattet ist. Ergänzt wird dies durch ein moderates Intermediate Differential von 0.012. Diese Werte sorgen für eine gute Länge und schnelle Rotation. Umhüllt wird der Kern von der Ai-40 Pearl Reactive Oberfläche. Das werksseitige Finish aus 500/1000 Siaair mit Crown Factory Compound verleiht dem Ball in Purple/Lime Pearl einen intensiven Glanz. Radical, unter der Federführung des legendären Mo Pinel, entwickelte diesen Ball, um trotz asymmetrischem Kern die Länge eines Symmetrischen zu bieten, aber mit dem „Kick“ eines Asymmetrischen am Ende.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum extrem beliebten Radical Beyond Ridiculous (der ebenfalls für sein Backend bekannt war) setzt der Ludicrous noch einen drauf. Die Ai-40 Schale ist chemisch stärker als die Ai-35 des Beyond Ridiculous, was bedeutet, dass der Ludicrous etwas mehr Traktion im Öl hat, aber dank des Kerndesigns am Breakpoint noch schärfer und schneller reagiert. Er ist quasi der „große Bruder“ mit mehr Muskeln. Zieht man die Katana-Serie zum Vergleich heran, so ist der Ludicrous sauberer durch die Front als ein Katana Slash, bietet aber eine ähnlich eckige Bewegung wie der originale Katana. Er ist kein Ball für weiche Bögen, sondern für drastische Richtungswechsel („Skid-Flip“).
Praktische Anwendung
Der Radical Ludicrous ist eine absolute Waffe, wenn man Winkel spielen muss und das Feld öffnen möchte. Er ist prädestiniert für mittlere Ölmuster und die Phase der „Transition“, wenn die Köpfe trocken sind und man tief nach links rücken muss. Seine größte Stärke ist die Geschwindigkeit, mit der er auf Reibung reagiert: Sobald er das trockene Ende der Bahn berührt, biegt er fast rechtwinklig ab. Dies macht ihn ideal, um Eckpins (Carry) zu kicken, die bei runderen Bällen stehen bleiben würden. Er ist jedoch mit Vorsicht zu genießen auf sehr frischen oder extrem nassen Bahnen, da er dort durchrutschen kann (Over/Under), und er verzeiht wenig Fehler bei der Geschwindigkeit, da er sehr sensibel auf den Reibungspunkt reagiert.