Erste Eindrücke
Der im Mai 2017 veröffentlichte Storm Locked In Gold ist ein Hochleistungsball, der primär für den internationalen Markt konzipiert wurde und die erfolgreiche Lock-Serie um eine kraftvolle Pearl-Option erweitert. Das technische Prunkstück dieses Modells ist der asymmetrische RAD-X Kern. Dieser Kern, dessen Abkürzung für Radial Accelerating Disk steht, liefert bei einem Gewicht von 15 Pfund extrem aggressive Leistungswerte: Ein sehr niedriger RG-Wert von 2.48 sorgt für einen frühen Start der Rotation, während ein hohes Differential von 0.054 ein enormes Flare-Potenzial garantiert. Ergänzt wird dies durch ein signifikantes Intermediate Differential von 0.018, was dem Ball eine starke asymmetrische Charakteristik verleiht. Als Hülle dient die bewährte R3S Pearl Reaktiv Oberfläche, eine Schalen-Technologie, die für ihre Ausgewogenheit zwischen Gleitfähigkeit und Reibungswiderstand bekannt ist. Ab Werk ist der Ball mit einem 1500 Grit Polish Finish versehen, was ihm eine edle, durchgehend goldene Optik verleiht. Diese Kombination aus einem massiven, schnell drehenden Kern und einer polierten Pearl-Schale soll dafür sorgen, dass der Ball die Front mühelos überbrückt, um im Backend seine gesamte gespeicherte Energie freizusetzen.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Storm-Hierarchie lässt sich der Locked In Gold am besten mit dem Storm Snap Lock vergleichen. Beide Bälle nutzen den RAD-X Kern, doch der Locked In Gold bietet durch die R3S Pearl Oberfläche eine etwas kontrolliertere Reaktion am Breakpoint als der oft als extrem empfundenen Snap Lock mit seiner R3S Hybrid Schale. Im Vergleich zum Storm Code Black, der auf dem RAD-4 Kern basiert, zeigt der Locked In Gold eine kräftigere Midlane-Präsenz und einen insgesamt schwereren Rollmoment, da der RAD-X Kern physikalisch mehr Masse bewegt als das RAD-4 Design. Zieht man einen Vergleich zu einem symmetrischen Benchmark-Ball wie dem Storm Phaze II heran, wird der krasse Unterschied in der Linienführung deutlich. Während der Storm Phaze II durch seine matte Solid-Oberfläche das Ölmuster sehr früh liest und eine gleichmäßige, bogenförmige Kurve beschreibt, gleitet der Locked In Gold deutlich weiter über die vorderen Leisten hinweg und erzeugt einen wesentlich schärferen Eintrittswinkel zur Gasse. Im Vergleich zu Produkten anderer Hersteller, wie etwa dem Roto Grip No Rules Pearl, agiert der Locked In Gold am Breakpoint etwas weniger sprunghaft, bietet aber durch den niedrigen RG-Kern eine stabilere Rollphase im mittleren Teil der Bahn.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich für den Storm Locked In Gold liegt auf mittleren bis schweren Ölvolumina, sobald die erste Transition eingesetzt hat. Aufgrund des starken Kerns benötigt der Ball ein gewisses Maß an Öl in der Front, um nicht zu früh an kinetischer Energie zu verlieren. Er ist das perfekte Werkzeug für Spieler, die den Ball gerne tief über die inneren Leisten spielen und einen weiten Weg nach außen wählen, da die asymmetrische Dynamik den Ball zuverlässig und mit hohem Carry zur Gasse zurückbringt. Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit profitieren besonders von dem niedrigen RG-Wert, da dieser hilft, den Ball trotz der Politur rechtzeitig in die Hook-Phase zu bringen. Für rev-dominante Spieler hingegen bietet der Locked In Gold die Möglichkeit, auch bei abgetrockneten Bedingungen noch mit einem asymmetrischen Kern zu agieren, ohne dass der Ball in der Front überreagiert. Sobald die Friction auf der Bahn jedoch zu dominant wird und die Köpfe extrem trocken laufen, sollte auf schwächere Modelle gewechselt werden, da der RAD-X Kern sonst zu viel Energie verbraucht, bevor er die Pins erreicht. In einem Turnier-Arsenal besetzt dieser Ball die Position der kraftvollen, winkelstarken Option, die dann zum Einsatz kommt, wenn glatte Solid-Bälle zu flach einschlagen und mehr Eintrittswinkel für einen besseren Carry erforderlich ist.