Erste Eindrücke
Der Columbia 300 Lit, veröffentlicht im September 2017, macht seinem Namen alle Ehre und wurde als absolutes "Öl-Monster" im Markt positioniert. Optisch tritt der Ball in einer düsteren, aber edlen Kombination aus Silver, Purple und Black auf. Im Maschinenraum arbeitet der brandneue Lit Asymmetric Core, der mit einem sehr niedrigen RG von 2.47, einem hohen Differential von 0.052 und einem Intermediate Differential von 0.020 (bei 15 lbs) spezifiziert ist. Diese Werte garantieren ein extrem frühes Hochdrehen und ein massives Flare-Potenzial. Umhüllt wird dieser Kern vom Reflex XS Coverstock, der chemisch für maximale Reibungswerte entwickelt wurde. Das ab Werk raue Finish aus 500/2000 Abralon unterstreicht den Einsatzzweck: Der Ball soll sich sofort durch den Ölfilm graben und Traktion aufbauen, anstatt zu gleiten.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Columbia 300 Saber, der bis dahin die Referenz für schweres Öl im C300-Sortiment war, legt der Lit noch eine Schippe drauf. Während der Saber eine eher runde, kontrollierte Bahn liest, erzeugt der Lit durch seinen aggressiveren Kern und die Reflex XS Oberfläche mehr Gesamt-Hook und vor allem eine deutlichere Reaktion im Backend, ohne dabei die Kontrolle in der Midlane zu verlieren. Vergleicht man ihn mit einem Marktführer dieser Kategorie wie dem Storm Sure Lock, so spielen beide in derselben Schwergewichtsklasse. Der Lit zeigt jedoch oft eine Nuance mehr "Pop" am Breakpoint, während der Sure Lock dazu neigt, etwas früher und glatter zu rollen. Gegenüber dem Columbia 300 Tyrant bietet der Lit eine verbesserte Energieübertragung durch die Pins (HyperShock Technology) und erholt sich besser von weiten Winkeln, wo der Tyrant gelegentlich "ausgasen" konnte.
Praktische Anwendung
Der Columbia 300 Lit ist die definitive Wahl für schwere Ölbedingungen und lange, flache Sportmuster ("Sumpf"). Er ist der erste Ball, den man aus der Tasche zieht, wenn man auf einer "Ölflut" steht und Traktion benötigt. Er eignet sich hervorragend für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit (Speed Dominant), die oft Schwierigkeiten haben, den Ball zum Bremsen zu bringen, sowie für Spieler, die den Ball gerne im Öl halten, anstatt ihn weit nach außen an die trockene Kante zu werfen. Aufgrund seiner extremen Aggressivität und der frühen Rollphase ist er jedoch völlig ungeeignet für trockene Bahnen oder kurze Ölmuster; hier würde er sofort "verbrennen" und kraftlos in die Gasse trudeln. Er dient dazu, das Muster zu öffnen und eine Linie im Öl zu etablieren.