Erste Eindrücke
Der Brunswick Knock Out Black and Blue setzt die Erfolgsgeschichte des ursprünglichen Knock Out fort und bringt eine der zuverlässigsten Kern-Hüllen-Kombinationen auf den Markt. Im Inneren arbeitet der legendäre Melee-Kern, ein symmetrisches Design mit einem niedrigen RG von 2.487 und einem Differential von 0.050. Diese Werte sorgen traditionell für ein schnelles Anlaufen des Balls und eine starke Bewegung im mittleren Teil der Bahn. Das entscheidende Upgrade ist jedoch die Oberfläche: Brunswick verwendet hier den Savvy Hook 3.5 Solid Reactive Coverstock, eine Weiterentwicklung der 3.0-Version des Vorgängers. Werksseitig kommt der Ball mit einem rauen Finish von 500 und 1500 Siaair Micro Pad daher. Optisch in Schwarz und Blau gehalten, vermittelt er bereits im Regal pure Stabilität. Auf der Bahn bestätigt sich dieser Eindruck sofort: Der Ball liest die Bahn sehr früh, gräbt sich durch das Öl in der Front und zeigt eine außergewöhnlich gleichmäßige, bogenförmige Bewegung ohne zuckartige Richtungswechsel. Er ist gebaut, um Traktion zu erzeugen und Unsicherheiten auf der Bahn auszugleichen.
Vergleichsanalyse
Wenn man den Knock Out Black and Blue mit dem originalen schwarzen Brunswick Knock Out vergleicht, fällt sofort auf, dass die neue Version "mehr Ball" ist. Durch das Savvy Hook 3.5 Cover greift der Black and Blue früher und bietet mehr Gesamthook als sein Vorgänger, behält aber die vertraute runde Bewegungscharakteristik bei. Ein unvermeidbarer Vergleich im Bereich der symmetrischen Solid-Bälle ist der Storm Phaze II. Hier zeigt sich der Knock Out Black and Blue oft als etwas früher rollend und noch sanfter in der Reaktion auf Friction am Ende des Ölmusters, während der Phaze II manchmal einen etwas schärferen Winkel in die Gasse generieren kann. Im Vergleich zu einem Ball wie dem Brunswick Melee Jab Midnight Blue, der eine Pearl-Oberfläche hat, ist der Knock Out Black and Blue deutlich früher und kontrollierter. Er dient als der stärkere Partner, der das Feld bereitet, bevor man auf den saubereren Melee Jab wechselt, wenn die Bahn aufbricht.
Praktische Anwendung
Dieser Ball ist die Definition eines Benchmark-Balls. Er ist ideal als erster Ball aus der Tasche auf frischen, mittel- bis schweröligen Bahnen geeignet. Durch die raue Oberfläche und den starken Kern glättet er den Übergang von nass zu trocken hervorragend und verhindert Überreaktionen an den Rändern der Ölung. Für Turnierspieler ist er ein unverzichtbares Werkzeug, um die Bahn zu lesen, da er sehr ehrlich anzeigt, wo Öl liegt und wo Friction beginnt. Er ist besonders effektiv für Spieler, die den Ball gerne "rollen" sehen und eine vorhersagbare Bewegung benötigen, um Anpassungen vorzunehmen. Wenn die Front jedoch zu trocken wird oder die Köpfe anfangen zu verbrennen, wird der Ball zu früh Energie verlieren und das Carry leiden. In diesem Moment der Transition sollte auf polierte Bälle oder schwächere Kerne gewechselt werden. Er benötigt Öl im vorderen Teil der Bahn, um seine Stärke – die Kontrolle im Mittelfeld und eine schwere Rolle in die Gasse – voll auszuspielen.