Erste Eindrücke
Der im Jahr 2001 eingeführte AMF Kick markierte für AMF den Standard im Einstiegssegment (Entry-Level) des neuen Jahrtausends. Optisch trat der Ball meist in ansprechenden Pearl-Designs auf (häufig in Blau/Silber oder Schwarz/Pearl), die im Shop-Regal modern und zugänglich wirkten. Technisch war er der direkte Nachfolger der beliebten "Bobcat"- und "Force"-Serien. Er wurde konzipiert, um Spielern den kostengünstigen Wechsel vom Polyester-Hausball zum eigenen Reaktiv-Ball zu ermöglichen. Im Inneren arbeitet ein klassischer 3-teiliger Pancake-Gewichtsblock (High RG, Low Differential). Diese Konstruktion sorgt für einen extrem stabilen Lauf und minimales Flare (Spurversatz). Die Oberfläche besteht aus einer milden Reaktiv-Harz-Mischung, die werksseitig hochglanzpoliert ist. Das Resultat ist ein Ball, der mühelos durch die Front (Heads) gleitet und eine sehr späte, aber definierte Reaktion auf Reibung zeigt.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zu den damaligen High-Performance-Bällen von AMF, wie dem AMF XS oder den späten Ninja-Modellen, verhält sich der Kick absolut zahm. Während die Top-Bälle darauf ausgelegt waren, im Öl zu greifen und große Haken zu schlagen, wurde der Kick gebaut, um Überreaktionen zu vermeiden. Sein direktester Konkurrent und Vergleichsmaßstab jener Zeit war der legendäre Columbia 300 Scout Reactive. Beide Bälle teilten sich fast identische Spieleigenschaften: viel Länge, wenig Drama in der Midlane und ein kontrollierbarer "Snap" am Ende. Gegenüber einem modernen Einsteigerball wie dem Brunswick Rhino agiert der AMF Kick aus 2001 oft noch einen Tick schwächer und glatter, da die Reaktiv-Chemie der frühen 2000er weniger aggressiv auf heutige Öle reagiert als moderne Schalen.
Praktische Anwendung
Heutzutage hat der AMF Kick ein klar definiertes Einsatzgebiet: Er ist der ultimative "Burner"-Ball. Er glänzt auf extrem trockenen Bahnen, abgenutzten Holzbahnen oder wenn das Ölmuster im späten Ligabetrieb vorne komplett weggespielt ist. Wenn moderne Bälle bereits bei den Pfeilen losrollen wollen, erlaubt der Kick, die Linie zu halten und den Ball weit nach unten zu bringen. Für Anfänger ist er nach wie vor ein solides Lernwerkzeug, um die erste Rotation zu meistern, ohne frustriert zu werden, wenn der Ball ständig in die Rinne abbiegt. Er eignet sich auch hervorragend als "Spare-Ball mit Biss" für fortgeschrittene Spieler, die bei Eckpins keine reine Plastikkugel wollen, sondern eine minimale Sicherheits-Kurve bevorzugen.