Erste Eindrücke
Der Radical Katana Shiranui ist eine exotische Erscheinung auf dem Markt, da es sich ursprünglich um einen exklusiven "Overseas-Release" für den japanischen Markt (April 2019) handelt, der nur über Importwege in westliche Hände gelangte. Der Name "Shiranui" bezieht sich auf ein mystisches Geisterlicht-Phänomen, was durch die düstere Optik in Black/Silver/Grey Marble passend untermalt wird. Technisch kombiniert Radical hier den bewährten Katana Asymmetric Kern (RG 2.503, Diff 0.050, Int. Diff 0.020) mit der UR-Hybrid (Ultra Responsive) Oberfläche. Im Gegensatz zu vielen anderen Katana-Modellen, die oft hochglanzpoliert sind, kommt der Shiranui ab Werk mit einem 500/4000 Siaair Finish. Diese matte Bearbeitung nimmt dem Ball den extremen Glanz und deutet auf eine kontrolliertere Traktion in der Midlane hin, ohne die aggressive Natur des Kerns komplett zu zähmen.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Katana-Serie fungiert der Shiranui als Bindeglied zwischen dem originalen Radical Katana (Pearl, poliert) und dem Radical Katana Dragon (Solid, rau). Während der originale Katana für seinen extremen "Skid-Flip"-Charakter bekannt ist und erst sehr spät reagiert, liest der Shiranui durch das 4000er Finish und die Hybrid-Schale die Leisten deutlich früher. Er ist weniger sprunghaft am Breakpoint, bietet aber dennoch mehr Winkel als der Katana Dragon, der primär für schweres Öl und einen frühen Bogen gebaut wurde. Zieht man einen Vergleich zu einem Storm AstroPhysix, so zeigt der Shiranui durch die matte Oberfläche mehr Stabilität im Öl und reagiert nicht ganz so sensibel auf Überreaktionen bei nassen/trockenen Bedingungen ("Over/Under"). Er verhält sich ähnlich wie ein DV8 Warrant, bietet aber durch den Katana-Kern noch etwas mehr Dynamik im Backend.
Praktische Anwendung
Der Radical Katana Shiranui ist ideal für Medium- bis Heavy-Oil-Bedingungen geeignet. Durch die Hybrid-Schale und den 4000er Schliff ist er eine exzellente Wahl, wenn reine Pearl-Bälle zu weit rutschen ("Blow-out"), aber starke Solids bereits zu früh Energie verlieren. Er brilliert in der Transition-Phase, wenn das Öl in der Front bereits etwas aufgerissen ist. Der Ball generiert genug Reibung, um die Midlane stabil zu lesen, bewahrt sich aber dank des asymmetrischen Kerns den typischen "Katana-Kick" in die Gasse. Er erlaubt es Spielern, tiefere Linien zu spielen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Ball im Öl "schwimmt". Für extrem trockene Bahnen ist er jedoch zu stark und würde zu früh anfangen zu arbeiten.