Erste Eindrücke
Der SWAG Incredible, veröffentlicht im Dezember 2019, markiert einen kraftvollen Einstieg in die High-Performance-Klasse von California Bowling. Optisch fällt der Ball sofort durch seine einfarbige, leuchtend rote Oberfläche auf, die durch das matte Finish eine aggressive Ästhetik ausstrahlt. Technisch setzt der Ball auf den Incredible Asymmetric Core. Dieser Kern liefert bei 15 Pfund einen RG-Wert von ca. 2.49 und ein hohes Differential von 0.054, ergänzt durch ein Mass Bias Differential von 0.020. Diese Zahlenkombination verspricht ein schnelles Hochdrehen und eine starke Richtungsänderung. Umhüllt wird der Kern vom Dazzler 2 Solid Reactive Coverstock. Die Oberfläche kommt werksseitig mit einem 2000-Grit-Schliff (Abralon), was haptisch viel Grip vermittelt und darauf hindeutet, dass dieser Ball nicht lange gleiten, sondern die Bahn früh lesen soll. Die Kombination aus starkem asymmetrischem Kern und griffiger Solid-Schale positioniert ihn als primären Ball für frisches Öl.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Storm Physix zeigt der SWAG Incredible eine etwas frühere und glattere Reaktion. Während der Storm Physix (als Hybrid) oft noch ein Stück Länge generiert und dann sehr scharf abknickt, beginnt der Incredible seine Arbeit bereits früher im Midlane-Bereich und setzt diese Energie in einen kontinuierlichen, kontrollierbaren Bogen um. Vergleicht man ihn mit dem Hammer Black Widow 2.0 (Solid), so agieren beide in einer ähnlichen Liga der "Big Asymmetric Solids". Der Incredible wirkt jedoch oft so, als würde er die Energie etwas gleichmäßiger über die Leisten verteilen, anstatt sie komplett am Breakpoint zu entladen. Gegenüber dem eigenen Markenbruder, dem SWAG Incredible Hero (der eine Pearl-Oberfläche hat), ist der ursprüngliche Incredible deutlich stärker in der Front und weniger empfindlich auf "Over/Under"-Reaktionen. Er opfert etwas Backend-Snap für deutlich mehr Stabilität im Öl.
Praktische Anwendung
Der SWAG Incredible ist prädestiniert für Bahnen mit mittlerem bis hohem Ölvolumen. Sein ideales Einsatzgebiet sind frische Hausmuster oder Sportmuster, bei denen die Front noch intakt ist. Durch den 2000-Grit-Schliff benötigt der Ball zwingend Öl in den ersten Metern, um nicht zu früh auszubrennen (Roll-Out). Er ist die perfekte Wahl für den Start eines Turniers, wenn man die Gasse kontrollieren und Blendeffekte auf der Bahn minimieren möchte. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit bietet er genug Traktion, um nicht durch den Breakpoint zu rutschen. Spieler mit niedrigerer Geschwindigkeit sollten ihn polieren oder auf ölreichen Bahnen spielen, da der Ball sonst zu früh Hook entwickeln könnte. Sobald die Transition einsetzt und die Fronts trocken werden, sollte man auf einen Pearl-Ball wechseln, um den Carry zu erhalten.