Erste Eindrücke
Der Roto Grip Hustle BRY (veröffentlicht im April 2024) erweitert die beliebte HP1-Serie um eine optisch markante Erscheinung in den Farben Burgundy, Red und Yale Blue (daher das Kürzel "BRY"). Technisch setzt Roto Grip auf bewährte Komponenten, die diese Produktlinie für ihr außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt gemacht haben. Im Zentrum arbeitet der symmetrische "Hustle Core", der bei einem Gewicht von 15 lbs einen RG-Wert von 2.53 und ein Differential von 0.030 aufweist. Diese Kennzahlen deuten auf einen Kern hin, der eine mittlere Rotationsträgheit mit einem kontrollierten Flare-Potential verbindet.
Umhüllt wird dieser Kern vom VTC (Versatile Traction Control) Hybrid Reactive Coverstock. Anders als reine Pearl-Mischungen kombiniert diese Hybrid-Variante zwei Anteile an Reaktiv-Materialien, um eine Balance zwischen Länge und Griffigkeit zu erzeugen. Werksseitig wird der Ball mit dem "Reacta Gloss" Finish ausgeliefert. Diese hochglanzpolierte Oberfläche soll dafür sorgen, dass der Ball die Front (den vorderen Teil der Bahn) mühelos passiert und seine Energie für das Ende der Bahn speichert. Die Kombination aus dem moderaten Kern und der polierten Hybrid-Oberfläche zielt darauf ab, eine Reaktion zu erzeugen, die weder zu früh greift noch am Ende übermäßig aggressiv ausbricht.
Vergleichsanalyse
Innerhalb des Roto Grip Arsenals positioniert sich der Hustle BRY als ideale Ergänzung zu den stärkeren Linien wie der HP3- oder HP4-Serie. Im direkten Vergleich zum oft zeitgleich genannten Hustle X-Ray (Roto Grip), welcher über eine solide Oberfläche verfügt, zeigt der BRY eine deutlich spätere Reaktion. Während der X-Ray früher in der Bahn liest und eine rundere, glattere Bewegung erzeugt, bietet der BRY mehr Länge und eine definiertere Bewegung am Breakpoint.
Gegenüber einem reinen Pearl-Ball aus der Vergangenheit, wie dem Hustle M-M (Roto Grip), dürfte der BRY durch die Hybrid-Komponente minimal früher eine Verbindung zur Bahn aufbauen, ohne dabei die charakteristische Länge eines "Shiny"-Balls zu verlieren. Im Vergleich zum Wettbewerb ordnet sich der Hustle BRY oft etwas stärker ein als klassische Einsteigerbälle wie der Tropical Surge von Storm. Er bietet im Vergleich zum Tropical Surge einen etwas stärkeren Kern, der mehr Flare und somit mehr Hook-Potential erzeugt, bleibt aber unterhalb der Leistungsschwelle von Bällen wie dem Hy-Road (Storm). Er füllt damit präzise die Lücke zwischen reinen Einsteigerbällen und der mittleren Leistungsklasse.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzszenario für den Hustle BRY sind leichte bis mittlere Ölbedingungen. Aufgrund des hohen RG-Wertes und der polierten Oberfläche eignet er sich hervorragend für Bahnen, auf denen die Front bereits trocken ist oder "Friction" (Reibung) früh einsetzt. Wenn stärkere Bälle zu früh Energie verlieren und flach in die Gasse einschlagen ("burn up"), ermöglicht der Hustle BRY dem Spieler, weiter rechts (als Rechtshänder) zu bleiben oder die Linie zu öffnen, ohne die Kontrolle über den Breakpoint zu verlieren.
Für Einsteiger ist dieser Ball oft die perfekte erste Wahl, da er genug Hook erzeugt, um die richtige Wurftechnik zu erlernen, aber verzeihend genug ist, um leichte Fehler nicht sofort mit einem Rinnenball zu bestrafen. Fortgeschrittene und Turnier-Bowler finden im Hustle BRY eine Waffe für die "Transition", wenn die Bahnen im späteren Verlauf eines Turniers aufbrechen. Er erlaubt es, verbrannte Leisten in der Front zu überbrücken und dennoch genug Energie am Pin-Deck zu behalten, um einen soliden Carry zu gewährleisten. Er ist weniger geeignet für frische, schwere Ölmuster, da er hier dazu neigen könnte, über den Breakpoint zu rutschen (Skid), ohne genügend Traktion aufzubauen.