Erste Eindrücke
Der Roto Grip Hot Cell, veröffentlicht im September 2017, revolutioniert das Verständnis von Urethan-Bällen in der modernen Ära. Anstatt auf einen schwachen Kern zu setzen, wie es bei dieser Oberflächentradition üblich ist, implementiert Roto Grip hier den legendären asymmetrischen Nucleus Core, der die Marke berühmt gemacht hat. Mit einem RG von 2.52, einem massiven Differential von 0.056 und einem Intermediate Differential von 0.018 (bei 15 lbs) arbeitet im Inneren ein echter Hochleistungsmotor. Dieser Kern wird von der Radioactive Solid Urethane Oberfläche umhüllt, die ab Werk mit einem 1000-grit Pad geschliffen ist. Optisch sticht der Ball in einem leuchtenden Gelb hervor. Diese technische Kombination bedeutet, dass der Ball nicht nur früh liest, wie man es von Urethan erwartet, sondern auch ein enormes Flare-Potenzial besitzt, das bisher Reactive-Bällen vorbehalten schien. Er verbindet die Kontrolle von Urethan mit der Dynamik eines High-End-Kerns.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Industriestandard für Urethan, dem Storm Pitch Black, zeigt der Hot Cell eine völlig andere Dimension der Bewegung. Während der Pitch Black einen kleinen symmetrischen Kern nutzt und eher wenig Gesamt-Hook erzeugt, generiert der Hot Cell durch den Nucleus Kern wesentlich mehr Flare und deckt deutlich mehr Leisten ab. Er greift früher und aggressiver im Öl, behält aber die urethan-typische, runde Bewegung am Breakpoint bei. Vergleicht man ihn mit einem Roto Grip Dare Devil Trick (Reactive Solid), so liest der Hot Cell die Front noch früher, reagiert jedoch wesentlich sanfter auf die Friction im Backend. Der Dare Devil Trick würde am Ende des Musters schnappen, während der Hot Cell einfach weiterrollt. Gegenüber dem Roto Grip Pitch Blue (Pearl Urethane) ist der Hot Cell erheblich stärker, früher und besser für höheres Ölvolumen geeignet.
Praktische Anwendung
Der Roto Grip Hot Cell ist speziell für schwierige Bedingungen konzipiert, insbesondere für kürzere Sportmuster mit hohem Ölvolumen oder für Bahnen mit extrem harten "Wet/Dry"-Verhältnissen. Er ist die Lösung, wenn ein herkömmlicher Urethan-Ball (wie der Pitch Black) im Öl rutscht und nicht genug Eigendynamik entwickelt, um die Pins zu werfen (Carry). Durch den starken asymmetrischen Kern treibt der Hot Cell auch bei flachen Eintrittswinkeln kraftvoll durch die Gasse. Er erlaubt es Spielern, die Kontrolle von Urethan zu nutzen, ohne dabei auf Hook-Potenzial verzichten zu müssen. Für Rev-dominante Spieler ist er ein Werkzeug, um die Bahn zu zähmen, ohne die Gasse zu verpassen. Auf typischen Hausölungen kann er jedoch zu früh verbrennen, wenn nicht genügend Öl im Kopfbereich vorhanden ist, da die raue Oberfläche sofort Traktion sucht.