Erste Eindrücke
Der im Oktober 2018 veröffentlichte 900Global Honey Badger Claw erweitert die extrem beliebte 700er-Serie um eine Variante mit deutlich mehr Biss ("Claw"). Im Inneren arbeitet der charakteristische Grapnel Asymmetric Kern, der mit einem für asymmetrische Bälle ungewöhnlich hohen RG von 2.57 und einem Differential von 0.041 (bei 15 lbs) ausgestattet ist. Diese Kombination sorgt dafür, dass der Ball Energie speichert und mühelos durch die Front gleitet. Umhüllt wird dieser Kern von der S71 Solid Reactive Oberfläche in einem düsteren Schwarz/Lila-Design. Das werksseitige Finish von 2000 Grit Abralon verleiht dem Ball die nötige Textur, um im Gegensatz zu seinen Vorgängern auch im Öl zu greifen. Eine technische Besonderheit ist die Konstruktion als echter "2-Piece-Ball" (ohne Füllmaterial im Außenkern), was die Energieübertragung auf die Pins (Carry) spürbar verbessert.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum originalen Honey Badger (Gold Pearl) ist der Claw wesentlich stabiler und früher in der Reaktion. Während der Gold Pearl für seinen extremen "Skid-Flip"-Charakter bekannt ist – also langes Rutschen und abruptes Abbiegen –, nutzt der Claw seine matte Solid-Oberfläche, um die Midlane kontrolliert zu lesen und Überreaktionen auf trockenen Leisten zu vermeiden. Vergleicht man ihn mit dem zeitgleich erschienenen 900Global Continuum, so positioniert sich der Continuum als der Ball für das ganz schwere Öl (durch sein niedriges RG), während der Honey Badger Claw die perfekte Wahl ist, wenn die Köpfe bereits etwas trocken sind (hohes RG), man aber im hinteren Teil der Bahn noch die Sicherheit einer Solid-Schale benötigt. Er erinnert in seiner Philosophie an einen Storm Hy-Road Solid, bietet jedoch durch den asymmetrischen Kern einen definierteren Kick am Breakpoint.
Praktische Anwendung
Der Honey Badger Claw ist eine Geheimwaffe für mittlere Ölbedingungen und anspruchsvolle Sportmuster. Seine einzigartige Kombination aus hohem RG (Länge) und matter Solid-Schale (Traktion) löst ein häufiges Problem: Er kommt sauber durch die Front, ohne früh zu verbrennen, greift aber am Ende des Musters zuverlässig, ohne durchzurutschen. Dies macht ihn ideal für Situationen, in denen "große" Bälle zu früh haken, aber reine Pearl-Bälle zu empfindlich auf Ölspuren reagieren. Er eignet sich hervorragend für Spieler, die den Ball gerne an der Kante spielen oder die Gasse kontrolliert öffnen wollen, ohne einen gewaltigen Bogen werfen zu müssen. Auf kurzen Mustern spielt er seine Stärke aus, indem er die Energie bis zum Pin-Deck bewahrt und dort mit hoher Wucht einschlägt.