Erste Eindrücke
Der im Juli 2017 veröffentlichte 900 Global Honey Badger markiert einen signifikanten Punkt in der Tour Preferred Serie des Herstellers. Optisch besticht der Ball durch seine auffällige Gold Pearl Färbung, die auf der Bahn eine hohe Signalwirkung erzielt. Technisch basiert das Modell auf dem asymmetrischen Grapnel Kern, der für ein dynamisches Laufverhalten konstruiert wurde. Bei einem Gewicht von 15 Pfund weist der Kern einen RG-Wert von 2.57 sowie ein Differential von 0.041 auf, ergänzt durch ein Intermediate Differential von 0.008. Diese Kombination deutet auf eine verzögerte Energieabgabe hin. Als Cover wird die S71 Pearl Reaktiv Schale verwendet, die ab Werk mit einem 1500 Grit Polish Finish versehen ist. Diese Oberfläche soll für minimale Reibung im vorderen Teil der Bahn sorgen und die kinetische Energie für den Backend-Bereich speichern.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Produktpalette von 900 Global nimmt der Honey Badger eine Position ein, die auf maximale Winkelbildung am Breakpoint ausgelegt ist. Im direkten Vergleich zum 900 Global Drift oder dem 900 Global Boo-Yah zeigt dieses Modell deutlich mehr Länge und eine schärfere Richtungsänderung, sobald es auf Friction trifft. Zieht man einen herstellerübergreifenden Vergleich heran, lässt sich das Bewegungsbild am ehesten mit dem Storm Hy-Road Pearl oder dem Storm IQ Tour Pearl vergleichen. Während der Storm Hy-Road Pearl durch seinen symmetrischen Inverted Fe2 Kern eine sehr kontrollierte, aber stetige Bewegung liefert, sorgt der asymmetrische Grapnel Kern des Honey Badger für eine etwas aggressivere Reaktion am Ende des Ölmusters. Im Vergleich zum ursprünglichen 900 Global Badger, der über eine Hybrid-Oberfläche verfügt, bietet die Pearl-Variante des Honey Badger einen spürbar späteren Rollmoment und einen deutlich ausgeprägteren Hook in der Backend-Zone.
Praktische Anwendung
Die ideale Anwendung findet der Honey Badger auf mittleren Ölvolumina sowie auf Bahnen, die bereits eine gewisse Transition durchlaufen haben. Durch die polierte Pearl-Oberfläche gleitet der Ball mühelos durch die Front und reagiert erst spät und sehr direkt auf trockene Leisten. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit bietet er die nötige Länge, um nicht frühzeitig an Energie zu verlieren, während Spieler mit moderaten Rev-Rates von der asymmetrischen Kerncharakteristik profitieren, die den Carry in der Gasse optimieren soll. Besonders effektiv zeigt sich der Ball, wenn das Ölmuster aufbricht und Spieler gezwungen sind, tiefere Linien von innen nach außen zu spielen. In solchen Szenarien ermöglicht die ausgeprägte Angularität ein kraftvolles Zurückkommen zur Gasse. Auf sehr frischen, stark geölten Patterns könnte der Ball jedoch aufgrund der glatten Oberfläche zu viel Skid erzeugen, weshalb er primär als exzellente Option für das spätere Ligaspiel oder Turnierserien gilt, wenn die Friction am Breakpoint zunimmt.