Erste Eindrücke
Der Swag Graffiti Pop sticht optisch sofort ins Auge: Mit seiner grellen Farbkombination aus Pink, Lila und Weiß Pearl macht er dem "Graffiti"-Namen alle Ehre. Unter der Haube verbirgt sich jedoch ernstzunehmende Technik in Form des asymmetrischen Ballistic-Kerns. Die technischen Daten sind aggressiv: Ein niedriges RG von 2.491 sorgt für frühes Rotieren, während das hohe Differential von 0.053 und ein massives Intermediate Differential von 0.033 (bei 15 lbs) ein enormes Drehmoment erzeugen. Ummantelt wird dieser starke Motor von der RVR 4 Pearl Reactive Oberfläche. Werksseitig kommt der Ball mit einem 1000-Grit-Schliff, der anschließend poliert wurde (Factory Polish). Diese Kombination aus rauer Basis und glänzendem Finish soll dem Ball helfen, sauber durch die Front zu gleiten, ohne dabei den Kontakt zur Bahn zu verlieren, sobald er auf Friction trifft. Der Graffiti Pop ist eindeutig als High-Performance-Ball konzipiert, der trotz Pearl-Hülle nicht für trockene Bedingungen gedacht ist, sondern viel Öl verdrängen kann.
Vergleichsanalyse
Um die Stärke des Graffiti Pop einzuordnen, bietet sich ein Vergleich mit dem Hammer Black Widow Ghost Pearl an. Beide Bälle nutzen starke asymmetrische Kerne mit Pearl-Hüllen für eine "Skid-Flip"-Reaktion. Der Graffiti Pop unterscheidet sich jedoch durch sein extrem hohes Intermediate Differential (0.033 im Vergleich zu 0.018 beim Black Widow), was ihn noch responsiver auf Reibung macht und den Ball am Breakpoint schneller "umkippen" lässt. Er wirkt in der Bewegung oft zackiger und definierter als beispielsweise ein Roto Grip RST X-2, der zwar ebenfalls ein asymmetrischer Pearl-Ball ist, aber oft eine etwas rundere Bewegung in die Gasse zeigt. Im Vergleich zu einem symmetrischen Pearl-Ball wie dem Storm Phaze V ist der Graffiti Pop deutlich stärker im Gesamt-Hook und benötigt mehr Ölvolumen, um nicht zu früh Energie zu verbrennen. Er ist kein Ball für "gerades Spiel", sondern verlangt förmlich danach, Winkel zu öffnen.
Praktische Anwendung
Der Swag Graffiti Pop fühlt sich auf mittleren bis ölreichen Bahnen am wohlsten. Er ist die ideale Waffe für die Phase der Transition, wenn reine Solid-Bälle beginnen, zu früh zu haken, aber die Bahn noch nicht trocken genug für schwächere symmetrische Bälle ist. Dank des niedrigen RGs kommt der Kern schnell auf Touren, was Spielern mit hoher Ballgeschwindigkeit hilft, den Breakpoint zuverlässig zu lesen. Rev-dominante Spieler werden die Länge schätzen, die das Pearl-Cover bietet, müssen aber aufpassen, dass der Ball aufgrund des starken Kerns nicht zu heftig durch die Leisten schneidet. Er generiert einen steilen Eintrittswinkel in die Gasse und sorgt für exzellentes Carry, solange genügend Öl in der Front vorhanden ist, um den Ball bis zum Breakpoint zu schieben. Auf trockenen Bahnen oder kurzen Sportmustern ist er aufgrund seiner Aggressivität nur schwer zu kontrollieren.