Erste Eindrücke
Der im Januar 2016 veröffentlichte Ebonite Game Breaker 2 MVP (oft kurz GB2 MVP genannt) schließt eine entscheidende Lücke in der populären Game-Breaker-Serie. Das Herzstück bildet der legendäre Enhanced V2 Kern, ein symmetrischer Gewichtsblock mit einem niedrigen RG von 2.48 und einem Differential von 0.048 (bei 15 lbs). Diese Werte stehen seit jeher für frühes Hochdrehen und eine extrem kontrollierbare Bewegung. Kombiniert wird dieser Motor mit der GB 10.7 Hybrid Reactive Oberfläche. Die Besonderheit liegt im Finish: Werksseitig mit 500/1000 Abralon bearbeitet und anschließend mit Powerhouse Clean N' Sheen veredelt, präsentiert sich der Ball nicht hochglänzend, sondern mit einem satten Schimmer. Diese Textur erlaubt es dem Ball, sauber durch die Front zu gleiten, ohne dabei den Grip im Öl zu verlieren, den man von einem Benchmark-Ball erwartet.
Vergleichsanalyse
Die Positionierung des GB2 MVP ist präzise zwischen seinen beiden "Geschwistern" gewählt: dem originalen Game Breaker 2 (Solid) und dem Game Breaker 2 Gold (Pearl). Während der originale GB2 sehr früh rollt und eine extrem runde, fast schon bremsende Bewegung macht, und der GB2 Gold oft zu weit rutscht, bevor er aggressiv abbiegt, bietet der MVP das Beste aus beiden Welten. Er ist durch die Köpfe sauberer als der Solid, liest die Midlane aber deutlich stärker und zuverlässiger als der Pearl. Im Vergleich zu einem Storm Hy-Road wirkt der GB2 MVP etwas früher und "schwerer" rollend; er setzt weniger auf Skid-Flip und mehr auf eine kontrollierte Traktion. Gegenüber einem Roto Grip Haywire ist er etwas länger und eckiger am Breakpoint, was ihn vielseitiger auf unterschiedlichen Mustern macht.
Praktische Anwendung
Der Ebonite Game Breaker 2 MVP ist der Inbegriff eines Benchmark-Balls für Medium-Oil-Bedingungen. Er ist oft der erste Ball, den man aus der Tasche zieht, um das Ölmuster zu lesen. Seine Stärke liegt in der Vorhersehbarkeit: Er reagiert nicht überempfindlich auf trockene Stellen (Friction), rutscht aber auch nicht hilflos durch Ölpfützen. Dies macht ihn ideal für Ligaspieler, die auf typischen Hausmustern eine verlässliche Reaktion suchen, die Fehler verzeiht. Spielertypen, die einen Ball benötigen, der Kontrolle bietet, ohne an Schlagkraft im Pin-Deck (Carry) einzubüßen, werden hier fündig. Wenn die Bahn sich verändert (Transition), erlaubt der Hybrid-Mantel Anpassungen im Winkel, ohne dass der Ball sofort "tot" wirkt oder unkontrollierbar springt.