Erste Eindrücke
Der Storm Fight Night wurde im Januar 2017 als technologische Weiterentwicklung innerhalb der Thunder-Linie vorgestellt und ergänzt das Portfolio um eine polierte Pearl-Variante mit einem außergewöhnlich großvolumigen Kern. Optisch präsentiert sich der Ball in einer ansprechenden Farbkombination aus Blue, Black und White und verströmt den für den Hersteller typischen Grape-Duft. Das Herzstück dieses Modells ist der symmetrische Iron Man Core. Dieser Kern zeichnet sich durch ein massives Volumen aus, was zu einem für High-Performance-Bälle ungewöhnlich hohen RG-Wert von 2.62 bei einem 15-Pfund-Gewicht führt. Das Differential liegt mit .038 in einem moderaten Bereich. Diese physikalische Konstruktion zielt darauf ab, den Ball sehr weit durch die Front gleiten zu lassen und die Energieabgabe weit nach hinten auf der Bahn zu verzögern. Umhüllt wird der massive Kern vom R3S Pearl Reactive Cover, das ab Werk mit einem 1500-Grit Polish veredelt wurde. Die Kombination aus einem extrem hohen RG-Kern und einer reaktiven Pearl-Oberfläche soll eine sehr saubere Bewegung durch die ersten zwei Drittel der Bahn ermöglichen, während der Kern eine kontrollierte, aber stetige Dynamik beibehält.
Vergleichsanalyse
In der Analyse gegenüber anderen Modellen zeigt der Storm Fight Night eine sehr spezifische Positionierung. Im direkten Vergleich zum Storm Street Fight, der ebenfalls im Zeitraum von 2016/2017 populär war, agiert der Fight Night etwas ruhiger und weniger sprunghaft. Während der Street Fight das stärkere R4S Pearl Cover nutzt und dadurch aggressiver auf Friction am Breakpoint reagiert, sorgt das R3S Cover des Fight Night für einen sanfteren Übergang von der Gleitphase in den Hook. Vergleicht man ihn mit dem Storm Phaze II, wird der deutliche Unterschied in der Lane-Read-Charakteristik sichtbar. Der Phaze II liest die Bahn aufgrund seines deutlich niedrigeren RG-Wertes und der Solid-Oberfläche wesentlich früher und erzeugt eine bogenförmige Gesamtreaktion, wohingegen der Fight Night fast mühelos über die Front gleitet und seine gesamte Arbeit im letzten Drittel verrichtet. Auch im Vergleich zu einem Storm IQ Tour Pearl (Emerald) bietet der Fight Night durch seinen speziellen Iron Man Core ein anderes Rollverhalten: Er wirkt in der Bewegung voluminöser und stabiler, ohne dabei die extreme Richtungsänderung mancher kleinerer, hoch-differentialer Kerne zu erzwingen. Er ordnet sich somit als kontrollierbare Pearl-Option ein, die weniger auf explosive Winkel als vielmehr auf Vorhersehbarkeit setzt.
Praktische Anwendung
Der Storm Fight Night ist primär für mittlere bis leichtere Ölbedingungen konzipiert und soll laut technischen Spezifikationen besonders dann glänzen, wenn die Bahnen eine spürbare Transition durchlaufen haben. Durch den hohen RG-Wert ist er eine exzellente Wahl für Spieler, die mit herkömmlichen Bällen Probleme haben, die Front zu überbrücken, weil der Ball zu früh anrollt oder in den Köpfen bereits an Fahrt verliert. Er soll dafür sorgen, dass die Energie bis zum Pindeck gespeichert bleibt, was den Carry insbesondere bei flachen Eintrittswinkeln verbessern kann. Für Spieler mit einer hohen Rev-Rate bietet der Fight Night die Möglichkeit, die Leisten effektiver zu nutzen, ohne dass der Ball in der Mitte der Bahn unkontrolliert ausbricht. Wenn die Friction im hinteren Teil der Bahn zunimmt, ermöglicht das R3S Pearl Cover eine präzise Steuerung der Gasse. In Turnierszenarien ist dieser Ball oft die Lösung für den späten Block, wenn das Ölmuster aufgebrochen ist und die Ballbewegung berechenbar bleiben muss, um konstante Ergebnisse zu erzielen. Spieler mit geringerer Geschwindigkeit sollten jedoch beachten, dass der Ball auf zu viel Öl oder sehr langen Mustern aufgrund der polierten Oberfläche und des hohen RG-Wertes dazu neigen könnte, den Breakpoint zu verpassen. In solchen Fällen kann eine leichte Anpassung der Oberfläche mit einem matten Pad helfen, die Friction-Reaktion etwas nach vorne zu verlagern, ohne die grundlegende Charakteristik des Iron Man Cores zu verlieren.