Erste Eindrücke
Der Ebonite Envision Pearl fällt sofort durch sein markantes Farbschema in Silber, Carbon und Türkis auf, das auf der Bahn sehr dynamisch wirkt. Im Kern arbeitet das bewährte asymmetrische Envision-Design, das bei 15 lbs ein RG von 2.501, ein Differential von 0.053 und ein Intermediate Differential von 0.010 liefert. Die große Neuerung ist jedoch die Hülle: Ebonite nutzt hier das GSV-X Pearl Reactive Material, das auf der innovativen HK22 (HyperKinetic22) Basistechnologie aufbaut. Die Oberfläche kommt ab Werk mit einem 500/1000/1500 Siaair Schliff und Crown Factory Compound Finish daher. Diese Kombination aus polierter Oberfläche und moderner Chemie sorgt dafür, dass der Ball extrem sauber durch die Front gleitet und visuell fast den Eindruck erweckt, er würde auf dem Öl schweben, bevor er am Ende des Musters reagiert.
Vergleichsanalyse
Zieht man den Vergleich zum originalen Ebonite Envision, der eine Solid-Oberfläche besitzt, so ist der Pearl-Bruder deutlich länger und eckiger in seiner Bewegung. Der Solid liest die Bahn viel früher und rollt runder, während der Pearl seine Energie für das letzte Drittel aufspart. Im Wettbewerbsumfeld lässt er sich gut mit dem Storm Dark Code vergleichen, wobei der Envision Pearl durch den HK22-Zusatz oft eine noch schnellere Antwort auf Friction zeigt ("snappiger"). Er bietet mehr Gesamt-Hook als schwächere symmetrische Pearls wie der Ebonite Game Breaker 4 Pearl, verlangt aber auch nach mehr Öl im vorderen Teil der Bahn, um nicht zu früh zu reagieren.
Praktische Anwendung
Der Envision Pearl ist ein hervorragender Ball für den Übergang (Transition), wenn die Startbälle anfangen, zu früh Energie zu verlieren. Er spielt seine Stärken auf mittleren bis schweren Ölmustern aus, sobald die Front etwas aufgebrochen ist. Spieler können mit diesem Ball getrost weiter nach links rücken und die Leisten öffnen, da der Ball genug Recovery bietet, um auch aus steilen Winkeln zur Gasse zurückzukommen. Durch die asymmetrische Unwucht generiert er viel Drehmoment im Backend, was den Carry positiv beeinflusst. Auf extrem frischem oder sehr langem Öl könnte er jedoch etwas zu sensibel auf den Breakpoint reagieren, weshalb er idealerweise als zweiter oder dritter Ball in der Tasche fungiert.