Erste Eindrücke
Der Storm El Nino Wrath präsentiert sich optisch in einer markanten Farbkombination aus Kupfer und Violett, die durch ein ansprechendes perlmuttartiges Finish veredelt wird. Unter der Haube dieses klassischen Modells arbeitet der bewährte asymmetrische Motion Control Quad Technology Kern, der für seine hochdynamischen Eigenschaften konzipiert wurde. Mit einem sehr niedrigen RG-Wert von 2,490 und einem extrem hohen Differential von 0,065 bringt der Kern die physikalischen Voraussetzungen für ein zügiges Rollverhalten und ein massives Flare-Potenzial mit. Umschlossen wird dieses asymmetrische Kraftpaket von dem Curelyon2 Pearl Reactive Coverstock, in den die spezielle Reactafleck-Technologie eingearbeitet ist. Diese feinen Partikel in der Oberfläche sollen die Traktion auf der Bahn erhöhen, sobald der Ball im Treffmoment komprimiert wird. Das Cover wird ab Werk mit einem 1500-Grit Wet Polish Finish ausgeliefert. Diese Kombination aus einem extrem starken Kern und einer glatten, polierten Schale zielt darauf ab, den Ball mühelos durch die geölte Front der Bahn gleiten zu lassen, um die gespeicherte Rotationsenergie für eine explosive Richtungsänderung am Breakpoint aufzusparen. Das Gesamtdesign soll für einen ausgeprägten Hook sorgen, der tiefere Spielwinkel ermöglicht und ein hohes Maß an Entry Angle in die Pins liefert.
Vergleichsanalyse
Zieht man einen etablierten Benchmark-Ball wie den Storm Phaze II heran, zeigen sich deutliche Unterschiede in der Ballreaktion und im Einsatzzweck. Während der Storm Phaze II mit seinem symmetrischen Kern und der matten Solid-Oberfläche für eine sehr berechenbare, gleichmäßige Kurve und frühe Traktion im Öl ausgelegt ist, reagiert der Storm El Nino Wrath deutlich sensibler und extremer auf trockene Bereiche. Der El Nino Wrath gleitet aufgrund seiner Pearl-Schale wesentlich länger und sauberer durch die Front. Sobald er auf die Friction am Ende des Ölmusters trifft, entlädt er seine Energie in einer wesentlich kantigeren und aggressiveren Bewegung in Richtung Gasse. Ein weiterer signifikanter Unterschied liegt in den Kernwerten: Das Differential des El Nino Wrath übersteigt mit 0,065 die heutigen Limits der USBC, was ihm ein historisch bedingt höheres Flare-Potenzial und eine stärkere Asymmetrie verleiht als vielen aktuellen Bällen. Im Vergleich zu typischen Kontroll-Bällen ist der El Nino Wrath somit weniger für ein sanftes Lesen der Bahn auf frischen Mustern gedacht, sondern vielmehr für einen ausgeprägten Skid-Snap-Effekt konzipiert, der auch bei Fehlwürfen nach außen noch die Kurve zurück findet.
Praktische Anwendung
Aufgrund seiner spezifischen Leistungsdaten ist der Storm El Nino Wrath ein Ball, der seine wahren Stärken ausspielt, wenn die Bahnbedingungen eine Anpassung der Ausrüstung erfordern. Er eignet sich hervorragend für abtrocknende Bahnen oder Muster mit leichtem bis mittlerem Ölvolumen. Wenn das Öl im vorderen Teil der Bahn im Laufe eines Turniers aufgebraucht ist und die Transition einsetzt, erlaubt die glatte Schale dem Ball, dennoch genug Länge zu generieren, ohne frühzeitig auszubrennen oder Energie zu verlieren. Spieler, die gerne von weiter innen spielen und den Ball über viele Leisten nach außen werfen, profitieren massiv von der starken und prompten Rückmeldung auf die Friction. Das hohe Differential unterstützt dabei einen sehr scharfen und steilen Eintrittswinkel in die Gasse, was den Carry auch bei etwas leichteren Treffern optimieren soll. Für Bowler mit einer geringeren Umdrehungsrate bietet der Ball eine willkommene Unterstützung, um mechanisch bedingt dennoch einen sichtbaren Hook am Backend zu erzeugen. Auf extrem stark geölten oder sehr langen Mustern kann das polierte Cover jedoch zu empfindlich reagieren und ins Rutschen geraten. Daher sollte er primär als aggressiver Ball für die späteren Spiele einer Serie oder für typische Hausligen mit trockeneren Außenbahnen eingesetzt werden.