Erste Eindrücke
Der 900Global Dirty Look, veröffentlicht im November 2012, bringt eine aggressive Ästhetik und Technik auf die Bahn, die für Aufsehen sorgt. Optisch besticht der Ball durch seine auffällige Farbkombination in Blue/Emerald Green Pearl. Technisch markiert er eine spannende Weiterentwicklung innerhalb der 900Global-Linie: Er nutzt die S73 Pearl Reactive Oberfläche, die werksseitig hochglanzpoliert ist, um extrem sauber durch die Front zu gleiten. Im Inneren arbeitet ein neu entwickelter asymmetrischer Kern mit einem mittleren bis hohen RG von 2.53 und einem kräftigen Differential von 0.054 (bei 15 lbs). Diese Kombination aus "rutschiger" Schale und einem motorstarken Kern mit mittlerem Mass Bias (0.019) ist darauf ausgelegt, Energie so lange wie möglich zu speichern, um sie dann explosionsartig am Breakpoint freizusetzen. Er ist kein Ball für subtile Bewegungen, sondern für drastische Winkel.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger, dem 900Global The Look, zeigt sich der Dirty Look wesentlich länger und schärfer. Während "The Look" mit seiner hybriden Oberfläche und matterem Finish früher las und runder agierte, ignoriert der Dirty Look die Köpfe fast vollständig. Vergleicht man ihn mit einem populären Zeitgenossen wie dem Storm Frantic, so bietet der Dirty Look durch seinen asymmetrischen Kern (im Gegensatz zum symmetrischen N.O.S. Kern des Frantic) eine definiertere und stärkere Richtungsänderung im Backend. Er wirkt "schwerer" am Pin-Deck als der Frantic, verlangt aber auch etwas mehr Präzision am Breakpoint. Gegenüber einem Roto Grip Wrecker agiert der Dirty Look insgesamt aggressiver und deckt mehr Leisten ab, sobald er auf trockene Bretter trifft (Friction).
Praktische Anwendung
Der 900Global Dirty Look ist eine absolute Waffe für Medium-Oil-Bedingungen und speziell für den Zeitpunkt, an dem die Bahn "aufbricht" (Transition). Wenn stärkere Solids anfangen, zu früh zu haken oder Energie zu verlieren, erlaubt der Dirty Look dem Spieler, weiter nach innen zu rücken und den Winkel zu vergrößern. Dank des hohen Differentials generiert er auch aus tiefen Winkeln genug Flare, um die Eckpins herauszuschlagen (Carry). Er ist weniger geeignet für frisches, langes Öl, da er dort Gefahr läuft, über den Breakpoint hinaus zu rutschen. Seine Paradedisziplin ist das "Skid-Flip"-Spiel: Länge generieren und am Ende hart abbiegen.