Erste Eindrücke
Der AMF Dick Weber Classic aus den 80er Jahren ist mehr als nur ein Bowlingball; er ist ein Tribut an den wohl berühmtesten Botschafter des Sports, Dick Weber. In einer Zeit, in der Urethan gerade begann, den Markt zu erobern, repräsentierte dieser Ball die bewährte, klassische Technologie für den Massenmarkt. Optisch trat er oft in marmorierten Designs (wie Blau/Weiß oder Schwarz/Weiß) oder klassischen Unifarben auf, stolz verziert mit der Unterschrift der Legende. Technisch handelt es sich um einen harten Polyester-Ball (Plastic). Im Inneren arbeitet der unverwüstliche 3-teilige Pancake-Gewichtsblock. Die Oberfläche ist werksseitig auf Hochglanz poliert und extrem glatt. Diese Kombination aus harter Schale und inaktivem Kern sorgt für einen Balllauf, der schnurgerade ist und die Bahnbedingungen fast vollständig ignoriert.
Vergleichsanalyse
Um den Dick Weber Classic einzuordnen, muss man ihn gegen die technologische Revolution der 80er Jahre stellen, speziell die AMF Angle-Serie. Während der AMF Angle (Urethan) entwickelt wurde, um Haken zu schlagen und Pins zu mischen, war der Dick Weber Classic der konservative Gegenpol. Er verhält sich identisch zum großen Konkurrenten jener Zeit, dem Columbia 300 White Dot. Im Vergleich zu den Gummibällen der 70er Jahre (wie dem Brunswick LT-48) bot der Dick Weber Classic aus Polyester eine härtere Oberfläche, weniger Reibung und mehr Haltbarkeit, aber deutlich weniger Pin-Action. Er besitzt kein Flare-Potenzial und keinen "Motor" im Kern; er ist ein reiner Richtungsball, der exakt dorthin rollt, wohin der Spieler ihn wirft.
Praktische Anwendung
Heutzutage hat der AMF Dick Weber Classic eine klare Bestimmung: Er ist ein fantastischer Spare-Ball. Seine harte Polyester-Schale macht ihn immun gegen Ölveränderungen auf der Bahn, was ihn zur perfekten Waffe macht, um einzelne Pins (besonders die 10 bei Rechtshändern) präzise abzuräumen ("Räumball"). Für Sammler ist er ein Stück Geschichte. In den 80ern war er oft der erste eigene Ball für Einsteiger, um eine saubere, gerade Pendelbewegung zu erlernen. Auf extrem trockenen Bahnen kann er notfalls auch heute noch als Strike-Ball dienen, wobei man aufgrund des fehlenden Eintrittswinkels und der geringen Energieübertragung (Carry) sehr präzise die Gasse treffen muss, um Strikes zu erzielen.