Erste Eindrücke
Der Radical Deep Impact, der im Februar 2026 als Teil der „Top Shelf“-Kategorie veröffentlicht wurde, positioniert sich als technologisch hochentwickelter Ball für anspruchsvolle Bedingungen. Optisch sticht der Ball durch seine markante Farbgebung in Red, Magenta und Purple hervor, die durch die Verwendung der HK22-Technologie eine besondere Klarheit und Transluzenz aufweist. Im Kern des Balls arbeitet der bewährte Torpedo Asymmetric Kern, der in der 15-Pfund-Variante einen niedrigen RG-Wert von 2.480, ein hohes Differential von 0.052 sowie ein Intermediate Differential von 0.019 liefert. Diese Zahlen deuten auf eine sehr dynamische Rotation, ein frühes Anlaufen und ein hohes Flare-Potenzial hin. Umhüllt wird dieser Kern von der neuen HK22C+ Hybrid Reactive Oberfläche. Der Zusatz „C+“ steht hierbei für „Cohesion Plus“, eine Weiterentwicklung der chemischen Zusammensetzung, die für mehr Haftung auf der Bahn sorgen soll. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist die Integration der DynamiCore-Technologie im Außenkern. Dieses Material ist darauf ausgelegt, die Kompression beim Aufprall zu verringern, was die Schlagkraft in der Gasse erhöhen und den Pin Carry sowie den Klang beim Einschlag verbessern soll. Werkseitig kommt der Deep Impact mit einem 500, 2000 Siaair Micro Pad Finish, was ihm eine matte, griffige Textur verleiht. Die Härte des Materials liegt bei etwa 74 Shore D, während die Ölabsorption werksseitig als „medium“ eingestuft wird, in der Realität jedoch eine zügige Aufnahme zeigt.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Radical-Produktlinie stellt der Deep Impact eine signifikante Leistungssteigerung gegenüber der ursprünglichen Torpedo-Serie dar. Im direkten Vergleich generiert der Deep Impact etwa 5 bis 8 Leisten mehr Gesamthook als der originale Radical Torpedo und liegt sogar 10 bis 15 Leisten über typischen Benchmark-Bällen. Dies macht ihn zu einer deutlich aggressiveren Option für schwerere Ölbedingungen. Gegenüber dem Radical Direct Hit, der für seine langsame Ölabsorption bekannt ist, bietet der Deep Impact als Hybrid eine vielseitigere Reaktion: Er liest die Bahn zwar ebenfalls früh, reagiert jedoch am Ende des Ölmusters schneller auf Friction. Im Vergleich zum Radical Katana Slash zeigt der Deep Impact ein ähnlich schweres Rollverhalten, behält dabei aber eine starke Endlosbewegung (Continuation) bei, ohne „tot“ zu wirken. Zieht man den Vergleich zu Produkten anderer Hersteller, so erinnert die Ballbewegung an den Maximum Effect von Hammer Bowling, wirkt jedoch in der Gesamtbewegung etwas runder und kontrollierter. Im Gegensatz zum Evoke Mayhem von Motiv zeigt sich der Deep Impact optisch sauberer im Lauf durch die Front und wirkt weniger „kreidig“ in der Oberflächenbeschaffenheit. Auch im Vergleich zu sehr schnellen Bällen wie dem Black Widow 3.0 von Hammer Bowling bietet der Deep Impact eine etwas glattere Abstimmung, die ihn weniger anfällig für Überreaktionen bei nassen/trockenen Bedingungen macht.
Praktische Anwendung
Auf der Bahn zeichnet sich der Radical Deep Impact durch ein sehr starkes, frühes und kontinuierliches Bewegungsmuster aus. Durch das raue Werksfinish von 2000 Grit liest der Ball die Bahn sehr früh und benötigt entsprechend viel Öl in der Front, um seine Energie nicht vorzeitig zu verbrauchen. Er ist somit primär als erster Ball aus der Tasche auf frischen House-Patterns oder Sportmustern mit höherem Volumen konzipiert. Er verzeiht Fehler im Abwurf und generiert auch bei ungenauen Treffern oft genug Carry. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit ist der Auslieferungszustand ideal, um Traktion zu erzeugen. Spieler mit einer höheren Drehzahl oder langsamerer Geschwindigkeit könnten jedoch feststellen, dass der Ball im Werkszustand zu früh rollt und Energie verliert. In diesem Szenario reagiert die HK22C+ Oberfläche exzellent auf Anpassungen: Ein Schliff auf 3000 oder 4000 Grit oder eine Politur hilft, den Ball länger durch die Front zu schieben und erzeugt eine deutlich angularere Reaktion im Backend. Sobald die Transition einsetzt und die Bahn aufbricht, erlaubt der asymmetrische Kern das Öffnen der Winkel, solange genügend Öl im Zentrum der Bahn vorhanden ist, um den Hook zu unterstützen. Seine Stärke liegt in der Kombination aus Sicherheit im Öl und einer dennoch kräftigen Bewegung durch die Gasse.