Erste Eindrücke
Der Storm Concept erscheint im Februar 2026 als zweite Veröffentlichung der SPI LAB Series von Storm und präsentiert sich in einer dezenten Farbkombination aus Teal und Imperial Blue mit dem Duft „Blueberry Fritter". Auffällig ist das minimalistische Design: Der Ball trägt lediglich ein einziges Logo („Storm Concept") anstelle der üblichen drei Beschriftungen. Diese Designentscheidung dürfte funktional begründet sein – bei einem derart niedrigen Differential und entsprechend geringem Flare soll möglichst viel Oberfläche ununterbrochenen Kontakt mit der Bahn haben, da Logofelder die Reibungseigenschaften beeinflussen können. Im Kern arbeitet der neue symmetrische Radius Weight Block mit bemerkenswert konservativen Werten: Der RG liegt bei 2,59 (16 lbs), 2,61 (15 lbs) bzw. 2,62 (14 lbs), das Differential bei lediglich 0,019 (16 lbs), 0,020 (15 lbs) bzw. 0,019 (14 lbs) – Werte, die in der Nähe von Polyester-Räumbällen liegen. Bei der 14-Pfund-Version kommt eine zusätzliche Masse im Radius Weight Block zum Einsatz, um das Differential dem der schwereren Varianten anzugleichen. Die 12- und 13-Pfund-Versionen nutzen den Camber™ A.I. Core, um die kontrollierte Bogenbewegung auch bei leichterer Balldynamik beizubehalten. Die Oberfläche bildet das ARC™ Pearl Coverstock, eine reaktive Harzoberfläche in der Pearl-Variante mit Mica-Partikeln. Laut Storm weist dieses Cover die höchsten Reibungskoeffizienten (COF) im Sortiment auf und bewegt sich hinsichtlich der Ölabsorptionszeit am USBC-Limit. Das Flarepotential wird als niedrig eingestuft, die Härte liegt bei 73–75 auf der Rex-D-Skala. Ausgeliefert wird der Ball mit einer Oberfläche von 1000 Grit Abralon. Verfügbar ist der Concept in den Gewichten 12 bis 16 Pfund als Zweiteiler mit einer dickeren Harzschale, was den Restitutionskoeffizienten (COR) erhöhen und damit für eine lebendigere Pinaktion sorgen soll.
Vergleichsanalyse
Der Concept positioniert sich als Weiterentwicklung des Storm Level, dem ersten Ball der SPI LAB Series. Während der Level mit dem RPM Solid Coverstock und dem Equalizer A.I. Core (RG 2,59, Diff. 0,027 bei 15 lbs) bereits einen urethan-ähnlichen Ansatz verfolgte, geht der Concept einen deutlichen Schritt weiter in Richtung Kontrolle. Das noch niedrigere Differential und der noch höhere RG sorgen dafür, dass der Concept weniger Gesamthook entwickelt und sich länger auf der Bahn hält, bevor er in die Bewegung übergeht. Im direkten Vergleich greift der Level die Front merklich früher und tendiert dazu, bei Ölverlust über mehrere Spiele hinweg inkonsistent zu werden, während der Concept durch seine schnellere Ölabsorption die Oberfläche besser konservieren dürfte und so eine gleichbleibendere Reaktion über längere Spielphasen ermöglicht. Gegenüber klassischen Urethan-Bällen wie dem Hammer Purple Hammer, dem Storm Pitch Black oder dem IQ Tour 78/U von Storm bietet der Concept eine interessante Zwischenposition. Anders als Urethan soll der Concept kein Öl die Bahn hinuntertragen, was ein häufiger Kritikpunkt an Urethan-Equipment ist. Der Ball bewegt sich durch die Front eher wie ein Reaktivball – also sauberer und mit mehr Länge –, zeigt dann aber im hinteren Bahnbereich eine urethan-artige, gleichmäßige Bogenbewegung ohne abrupten Backend-Hook. Im Vergleich zum Brunswick Crown 78U, das als echtes Urethan klassifiziert ist, dürfte der Concept mehr Continuation durch die Pins liefern und dabei weniger „Lock-up"-Tendenz aufweisen. Gegenüber dem Hammer NU 2.0, einem weiteren „Not Urethane"-Ansatz mit niedrigem Flarepotential, verfolgt Storm mit dem Concept eine andere Philosophie: Während Hammer auf eine spezifische Coverstock-Technologie setzt, kombiniert Storm einen extrem konservativen Kern mit einem maximal reibungsstarken reaktiven Pearl-Cover. Die Kombination dieser beiden Extreme – stärkstes Cover bei schwächstem Kern – ist der eigentliche konzeptionelle Ansatz und Namensgeber dieses Balls.
Praktische Anwendung
Der Storm Concept dürfte seine Stärken primär auf kürzeren Ölmustern (ca. 33–40 Fuß), flachen Sportbedingungen und trockenen bis mittleren Bahnverhältnissen ausspielen. Auf typischen House-Shot-Bedingungen mit viel Öl im Mittelteil der Bahn könnte der Ball an seine Grenzen stoßen, da ihm schlicht die Hook-Kraft fehlt, um aus dem Öl heraus die Gasse zuverlässig zu erreichen – hier ist er kein Ersatz für stärkere Reaktivbälle. Seine ideale Rolle liegt dort, wo Bowler traditionell zu Urethan greifen: bei der Eröffnung auf frischen Sportmustern, auf kurzen Patterns bei Nationals- oder Turnierbedingungen und in Transition-Phasen, in denen ein kontrollierteres Equipment gefragt ist. Spieler mit hoher Revrate und niedrigerer Ballgeschwindigkeit dürften besonders von der Kontrollierbarkeit profitieren, da der Concept selbst bei hohem Revrate keine übermäßige Reaktion am Backend zeigt. Der Ball erlaubt es, weiter rechts auf der Bahn zu bleiben (für Rechtshänder) und mit geschlossenen Winkeln zu arbeiten, ohne dass die Friction am Ende der Bahn den Ball unkontrolliert abbiegen lässt. Für Spieler mit niedrigerer Revrate und höherer Ballgeschwindigkeit könnte der Ball unter Umständen zu wenig Hook erzeugen – hier empfiehlt sich gegebenenfalls zusätzliche Oberfläche unter 1000 Grit, um die Front-Reaktion zu verstärken. Ein besonderes Merkmal des Concept ist seine Vielseitigkeit bei der Layout-Gestaltung: Trotz des niedrigen Differentials berichten Anwender von spürbaren Reaktionsunterschieden je nach Pin-Platzierung und Buffer-Abstand. Kürzere Buffer-Abstände sollen mehr Winkelveränderung im hinteren Bahnbereich erzeugen, während längere Buffer eine ruhigere, urethan-nähere Bewegung fördern. Als Drilling-Empfehlung gilt, den Ball ähnlich wie den bevorzugten Urethan-Ball aufzubohren, dabei aber ein stärkeres Layout zu wählen, um den konservativen Kernwerten entgegenzuwirken. In der Bag-Planung dürfte der Concept eine Rolle als Brücke zwischen reinem Urethan und dem ersten leichten Reaktivball einnehmen – eine Position, die bisher schwer zu besetzen war. Zusammen mit dem Storm Level als etwas stärkerem Pendant und einem klassischen Urethan-Ball ergibt sich ein abgestuftes Kontroll-Arsenal für anspruchsvolle Bahnbedingungen. Der Ball ist darüber hinaus vollständig USBC-zugelassen und unterliegt keinen Einschränkungen, die bei echten Urethan-Bällen zunehmend in der Diskussion stehen.