Erste Eindrücke
Der 900 Global Compass wurde im Februar 2017 als Teil der Tour Preferred 700 Series veröffentlicht und präsentiert sich optisch in einer markanten Farbkombination aus Black Sparkle und Red Pearl. Technisch basiert der Ball auf dem symmetrischen Longitude Core, der für eine kontrollierte Energieabgabe konstruiert wurde. Bei einem 15 Pfund Ball weist dieser Kern einen RG-Wert von 2.47 sowie ein Differential von 0.050 auf. Diese Kombination sorgt für ein stabiles Rollverhalten in der Mitte der Bahn, ohne vorzeitig an Energie zu verlieren. Umhüllt wird der Kern vom S70 Hybrid Cover, das ab Werk mit einem 4000er Abralon Finish versehen ist. Diese Oberfläche soll für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gleitphase und Traktion sorgen, wobei das hybride Material die Vorteile von Solid- und Pearl-Eigenschaften vereint, um eine berechenbare Bewegung zum Backend zu gewährleisten.
Vergleichsanalyse
In der praktischen Einordnung lässt sich der 900 Global Compass am ehesten mit Bällen vergleichen, die als Benchmark-Optionen für mittlere Bedingungen gelten. Im Vergleich zum Storm IQ Tour bietet der Compass aufgrund des höheren Differentials eine etwas stärkere Bewegung im Backend, behält dabei aber eine ähnliche Kontrollierbarkeit in der Front bei. Gegenüber dem Storm Phaze II zeigt der Compass eine weniger aggressive Reaktion im Midlane-Bereich, was ihn zu einer stabilen Alternative macht, wenn die Bahnen beginnen abzutrocknen. Auch im Vergleich zum Roto Grip Idol zeigt sich der Compass durch das S70 Hybrid Cover etwas länger und weniger anfällig für ein zu frühes Einrollen auf verbrauchten Ölmustern. Er ordnet sich somit zwischen den sehr reaktiven High-Performance-Bällen und den reinen Kontrollbällen ein, was ihn zu einem vielseitigen Werkzeug für den Übergang macht.
Praktische Anwendung
Der 900 Global Compass ist primär für mittlere Ölvolumen konzipiert und soll laut Hersteller besonders auf typischen Hausölungen (THS) seine Stärken ausspielen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Fähigkeit, das sogenannte Wet-Dry-Verhältnis, also den starken Kontrast zwischen öliger Mitte und trockeneren äußeren Leisten, effektiv zu überbrücken. Für Spieler, die eine eher direkte Linie über die äußeren Leisten bevorzugen, bietet der Ball genügend Friction, um stabil in die Gasse zu ziehen. Gleichzeitig erlaubt er Spielern mit höherer Rotationsrate, das Spielfeld weiter zu öffnen und mehr Leisten zu überqueren, ohne dass der Ball am Breakpoint unkontrollierbar reagiert. In Phasen der Transition, wenn das Öl in der Front dünner wird, soll der Compass für einen sauberen Übergang sorgen, ohne durch Friction in den Köpfen an Carry-Potenzial zu verlieren. Er eignet sich daher hervorragend als erster Ball aus der Tasche oder als stabiler Nachfolger, wenn aggressivere Solid-Bälle zu früh reagieren.