Erste Eindrücke
Der im Juni 2017 vorgestellte Hammer Cherry Vibe markiert die Rückkehr einer der erfolgreichsten Ballserien in der Geschichte des Herstellers und wurde zeitgleich mit seinem Pendant, dem Blue Vibe, veröffentlicht. Technisch setzt dieser Ball auf den bewährten symmetrischen Vibe Kern, der seit Jahren für seine Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit bekannt ist. Bei einem Ballgewicht von 15 Pfund weist dieser Kern einen RG-Wert von 2.51 und ein Differential von 0.042 auf. Diese Kennzahlen positionieren den Ball in einem Bereich, der genügend Dynamik für eine spürbare Richtungsänderung bietet, ohne dabei unkontrollierbar zu wirken. Ein markantes Merkmal ist die Verwendung der CT Reactive Plus Solid Oberfläche. Obwohl es sich um ein Solid-Cover handelt, wird der Ball ab Werk mit einem 500/2000 Abralon Schliff bearbeitet und anschließend mit Powerhouse Factory Finish Polish auf Hochglanz poliert. Diese spezielle Oberflächenbehandlung soll dafür sorgen, dass der Ball trotz der grundsätzlich griffigeren Solid-Chemie eine beachtliche Länge durch die Front erreicht. Zudem verfügt das Modell über die markentypische Carbon Fiber Infusion im äußeren Kernbereich, was die Haltbarkeit und die Energieübertragung beim Aufprall verbessern soll. Optisch präsentiert sich der Ball in einem tiefen, glänzenden Kirschrot, das auf der Bahn eine klare Lesbarkeit der Rotation ermöglicht.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Hammer Produktpalette von 2017 fungiert der Cherry Vibe als das kontrolliertere Gegenstück zum Blue Vibe. Während der Blue Vibe mit seiner Pearl-Oberfläche dazu neigt, auf Friction sehr schlagartig und angular zu reagieren, zeigt der Cherry Vibe aufgrund seiner Solid-Struktur einen deutlich gleichmäßigeren Übergang von der Gleitphase in die Hook-Phase. Vergleicht man den Ball mit Wettbewerbern aus demselben Zeitraum, wie beispielsweise dem Storm Match Up Solid, so fällt auf, dass der Cherry Vibe durch sein höheres Differential von 0.042 (gegenüber 0.030 beim Storm Modell) ein größeres Flare-Potenzial besitzt. Dies führt dazu, dass der Cherry Vibe insgesamt mehr Gesamthaken erzeugen kann, wenn die Bedingungen es zulassen. Im Vergleich zu einem High-Performance Ball wie dem Hammer RipD bietet der Cherry Vibe jedoch wesentlich mehr Länge und eine deutlich geringere Gesamtreibung, was ihn zu einer schwächeren, aber präziser zu manövrierenden Option macht. Ein weiterer Vergleich lässt sich zum Ebonite Game Breaker 2 ziehen; hier agiert der Cherry Vibe deutlich sauberer durch die Front und bietet eine spätere Reaktion, während der Game Breaker 2 das Ölmuster wesentlich früher liest und mehr Kraft im mittleren Bahnbereich aufwendet. Der Cherry Vibe schließt somit die Lücke zwischen reinen Einsteigerbällen und den starken Mid-Performance Symmetrics.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich für den Hammer Cherry Vibe liegt auf mittleren bis trockenen Bahnen sowie in Situationen, in denen die Front bereits stark abgespielt ist. Durch die Kombination aus polierter Oberfläche und Solid-Cover ist der Ball in der Lage, die Transition auf der Bahn hervorragend zu überbrücken. Wenn aggressive Bälle aufgrund von Friction in der Midlane zu früh anfangen zu rollen und dadurch in der Gasse an Carry verlieren, bietet der Cherry Vibe die nötige Verzögerung. Der Ball gleitet stabil durch die Front und baut im Backend eine kontrollierte, kontinuierliche Bewegung auf. Für Spieler mit hoher Rev-Rate dient er oft als Benchmark-Ball für leichtere Ölvolumina, da er nicht so empfindlich auf kleinste Veränderungen im Öl reagiert wie ein reinrassiger Pearl-Ball. Geschwindigkeitsdominante Spieler können den Cherry Vibe nutzen, um auf kürzeren Mustern oder abgespielten Hausölungen eine Linie zu finden, die nicht zu weit nach innen wandern muss. Die Stärke des Balls liegt in seiner Berechenbarkeit: Er springt nicht unkontrolliert weg, wenn er auf trockene Leisten trifft, sondern vollzieht eine flüssige Bewegung, die den Carry in der Gasse optimiert. Auf sehr frischem und schwerem Öl wird man jedoch feststellen, dass der Ball aufgrund der Politur zu lange gleitet und den Breakpoint verpassen könnte. In solchen Fällen ist er erst dann die richtige Wahl, wenn das Ölmuster durch die vorangegangenen Spiele aufgebrochen wurde und eine stabilere, weniger aggressive Option gefragt ist.