Erste Eindrücke
Der Blizzard Hellfire aus dem Hause Swag (in Kooperation mit Lord Field) markiert eine aggressive Erweiterung der beliebten Blizzard-Serie, die optisch sofort durch ihr markantes Farbschema in Schwarz und Rot ins Auge sticht. Technisch setzt dieser Ball auf eine Kombination, die für schweres Öl konzipiert wurde: Im Inneren arbeitet der asymmetrische Korrupt HD Core, der mit einem niedrigen RG von 2.48 und einem hohen Differential von 0.052 für ein extrem frühes Rotationsmoment und massives Flare-Potenzial sorgt. Der Mass Bias von 0.024 unterstreicht die asymmetrische Natur und begünstigt eine schnelle Richtungsänderung am Breakpoint. Umhüllt wird dieser kraftvolle Motor vom Super Micro X8 Pearl Coverstock. Eine Besonderheit ist hier das Werksfinish: Obwohl es sich um eine Pearl-Oberfläche handelt, wird der Ball ab Werk mit einem 2000-Grit-Schliff ausgeliefert. Diese matte Bearbeitung sorgt dafür, dass die Pearl-Schale nicht einfach über das Öl gleitet, sondern bereits in der Front und im Midlane-Bereich signifikante Traction aufbaut, ohne dabei die typische Endbewegung einer Pearl-Mischung vollständig zu opfern.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Storm Code Red, der im gleichen Zeitraum populär war, zeigt der Blizzard Hellfire eine deutlich frühere Lesbarkeit der Bahn. Während der Storm Code Red durch sein poliertes Finish und den R2S-Hybrid-Coverstock länger durch die Front gleitet und eine blitzartige Reaktion am Backend zeigt, bietet der Hellfire durch das 2000er Finish eine rundere, aber insgesamt stärkere Gesamthakenbewegung, die weniger anfällig für "Over-Under"-Reaktionen auf frischem Öl ist. Stellt man ihn dem Hammer Black Widow Legend gegenüber, so teilen sich beide die aggressive asymmetrische Charakteristik. Der Blizzard Hellfire wirkt jedoch in der Midlane etwas dominanter und setzt seine Energie gleichmäßiger um, was ihn kontrollierbarer macht, wenn die Transition einsetzt. Verglichen mit einem reinen Solid-Ball wie dem Roto Grip Halo, behält der Hellfire dank seines Pearl-Basis-Covers dennoch ein Quäntchen mehr Energie für den Einschlag in der Gasse, generiert aber nahezu genauso viel Reibung im Öl wie der Solid-Konkurrent.
Praktische Anwendung
Der Blizzard Hellfire ist eine exzellente Wahl für Bahnen mit hohem Ölvolumen oder für Sportmuster mit einer langen, schweren Ölung. Durch die Kombination aus dem drehfreudigen Low-RG-Kern und der griffigen, angeschliffenen Oberfläche schneidet er förmlich durch das Öl in der Front und verhindert das gefürchtete "Schwimmen" des Balls. Er eignet sich hervorragend als erster Ball aus der Tasche (Benchmark für schweres Öl), um die Leisten zu lesen und eine Linie zu etablieren. Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit werden die zusätzliche Traktion zu schätzen wissen, die ihnen hilft, den Ball rechtzeitig zum Breakpoint zu bringen. Für Cranker bietet der Ball genug Stabilität, um auch tiefe Winkel zu spielen, ohne dass der Ball in der Menge an Öl seine Energie verliert. Sobald die Köpfe trocken werden und die Friction zu früh einsetzt, sollte auf einen polierten Pearl-Ball gewechselt werden, doch bis dahin liefert der Hellfire einen zuverlässigen, schweren Roll und einen explosiven Carry.