Erste Eindrücke
Der Hammer Black Widow Urethane wurde im Dezember 2017 veröffentlicht und markiert eine bedeutende Fusion in der Geschichte des Herstellers. Er kombiniert die traditionelle Urethan-Technologie, für die Hammer seit den 1980er Jahren bekannt ist, mit dem modernsten asymmetrischen Kern des Hauses. Optisch erscheint der Ball in einem schlichten, matten Schwarz. Im Inneren arbeitet der legendäre Gas Mask Core, ein asymmetrischer Gewichtsblock, der bei einem 15-Pfund-Ball ein niedriges RG von 2.50, ein hohes Differential von 0.058 und ein Intermediate Differential von 0.016 aufweist. Die Oberfläche besteht aus einer Solid Urethane Mischung, die werkseitig mit einem sehr rauen Finish von 360/500/500 Abralon versehen ist. Diese Kombination ist ungewöhnlich, da sie die frühe Reibung eines Urethan-Covers mit dem hohen Flare-Potential eines High-Performance-Kerns verbindet.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zum klassischen Purple Hammer Urethane, der über einen symmetrischen LED-Kern verfügt, bietet der Black Widow Urethane deutlich mehr Gesamthook und eine stärkere Richtungsänderung. Während der Purple Hammer für seine extrem weiche, bogenförmige Bewegung bekannt ist, sorgt der Gas Mask Core im Black Widow Urethane für eine aggressivere Reaktion im Midlane-Bereich und mehr Backend-Bite. Verglichen mit einem modernen Solid-Reactive-Ball wie dem Hammer Black Widow 3.0 reagiert die Urethan-Version wesentlich früher auf der Bahn und zeigt eine deutlich flachere Winkelbildung am Breakpoint. Im Gegensatz zum Storm Pitch Black, der als rein symmetrischer Urethan-Ball eine sehr gradlinige Kontrolle bietet, ermöglicht der Black Widow Urethane durch sein asymmetrisches Design größere Spielwinkel, da er trotz der Urethan-Charakteristik ein deutlich höheres Maß an Friction im Öl erzeugen kann.
Praktische Anwendung
Die ideale Anwendung für den Hammer Black Widow Urethane findet sich auf kurzen Ölmustern oder bei Bedingungen mit extrem hoher Friction im Backend, wo Reactive-Bälle zu unkontrolliert reagieren würden. Durch die Kombination aus der frühen Reaktion des Covers und der Dynamik des Kerns soll der Ball eine Lösung für Spieler bieten, denen herkömmliche Urethan-Bälle zu wenig Einschlagskraft oder Hook bieten. Er ist besonders effektiv für Spieler mit hoher Rotationsrate, da er hilft, die Front der Bahn zu kontrollieren, ohne die Gasse komplett zu verpassen. Auf typischen Hausölungen (House Shots) kann der Ball jedoch dazu neigen, zu früh Energie zu verlieren, wenn nicht genügend Öl in der Front vorhanden ist. In Turnierszenarien ist er ein strategisches Werkzeug, um das Ölmuster kontrolliert nach außen zu spielen und die Transition der Bahn durch das gezielte Hinterlassen von Urethan-Abrieb (Carry-down) für den Gegner zu beeinflussen.